
In Manila unterzeichneten am 18. April hochrangige Vertreter des US-Außenministeriums und des philippinischen Handels- und Industrieministeriums eine Erklärung zur Einrichtung einer 4.000 Hektar großen Industriezone im sogenannten Luzon Economic Corridor. Das Projekt ist das erste greifbare Element von „Pax Silica“, der von der Biden-Administration im vergangenen Jahr gestarteten Initiative zur Sicherung der Lieferketten für Halbleiter und KI-Hardware. Obwohl es als Investitionsvorhaben präsentiert wird, soll der Standort ein wichtiger Anziehungspunkt für US-Ingenieure, Projektmanager und Wartungsspezialisten werden. Die Board of Investments bestätigte, dass spezielle Visalaufbahnen – angelehnt an die bestehende philippinische Kategorie „Special Non-Immigrant 47(a)(2)“ – ausländischen Fachkräften ermöglichen, Mehrfacheinreise-Arbeitsvisa innerhalb von nur fünf Arbeitstagen zu erhalten. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wird zudem die gegenseitige E-2-Investorenvisum-Berechtigung für qualifizierte philippinische Staatsangehörige prüfen, ähnlich den bereits bestehenden Abkommen mit Singapur und Israel. Für multinationale Unternehmen bietet der Korridor eine strategische Alternative zum chinesischen Festland für die Endfertigung von Chips, die Verarbeitung von Nickel in Batteriequalität und die Montage von KI-Servern. Mehrere US-Tier-1-Zulieferer haben bereits ihre Absicht signalisiert, mit dem Bau zu beginnen, sobald die Philippine Economic Zone Authority im Laufe dieses Quartals Steuer- und Zollanreize finalisiert. Die Mobility-Abteilung von Deloitte empfiehlt Unternehmen, jetzt mit der Planung der Einsatzvolumina zu beginnen, da die Wohnraumkapazitäten in den nahegelegenen Regionen Batangas und Subic knapp sind und Plätze an internationalen Schulen in der Regel 12 Monate im Voraus vergeben werden. Sicherheitsaspekte spielen eine große Rolle. Obwohl der Korridor außerhalb der umstrittenen Gebiete im Südchinesischen Meer liegt, bestätigte das Außenministerium, dass eingesetztes US-Personal durch das bestehende Visiting Forces Agreement geschützt ist, was ihnen eine beschleunigte Einreise und im Bedarfsfall eine militärische medizinische Evakuierung ermöglicht. Arbeitgeber werden aufgefordert, ihre Fürsorgepflichten zu überprüfen und sich mit lokalen Rechtsberatern bezüglich Steuerangleichung und Sozialversicherungsabdeckung im Rahmen des bilateralen Totalisierungsabkommens abzustimmen. Für philippinische Fachkräfte, die in die USA wechseln, sind Ausnahmen vorgesehen, die L-1- und H-1B-Anträge erleichtern sollen, indem qualifizierte Positionen vorab zertifiziert werden. Einwanderungsrechtliche Berater erwarten, dass die USCIS einen speziellen „Luzon Corridor Project“-Drop-Box-Kanal für Sammelanträge auf Blanket-L-Visa einrichten wird, ähnlich dem Verfahren während des Baus der Samsung-Fabrik in Texas im Jahr 2022. Sollte dies umgesetzt werden, könnten sich die Starttermine für wichtige lokale Führungskräfte, die in die US-Zentrale versetzt werden, um Wochen verkürzen.
Quelle: The Philippine Star