
In einer überraschenden Ankündigung am Samstag bestätigte Heimatschutzminister Markwayne Mullin, dass der amtierende Direktor von U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE), Todd Lyons, die Behörde zum 31. Mai verlassen wird. Lyons, ein 19-jähriger ICE-Veteran, übernahm Anfang 2025 interimistisch die Leitung und wurde zum öffentlichen Gesicht von Präsident Donald Trumps verschärfter Abschiebepolitik. Mit einer rekordverdächtigen Kongressfinanzierung von 75 Milliarden Dollar verdoppelte Lyons die Einsatzkräfte von ICE, eröffnete oder erweiterte mehr als zwei Dutzend Haftzentren und verfolgte das Ziel von einer Million Abschiebungen pro Jahr. Befürworter innerhalb der Regierung schreiben ihm die „Wiederherstellung der Abschreckung“ zu. Kritiker weisen darauf hin, dass die Haftkapazitäten auf über 100.000 Betten täglich angewachsen sind und die Rückstände bei den Einwanderungsgerichten trotz der massiven Neueinstellungen auf über vier Millionen Fälle gestiegen sind. Sein Abgang erfolgt mitten in einem teilweisen Stillstand des Heimatschutzministeriums und nur wenige Wochen nach der Verabschiedung eines parteiübergreifenden Gesetzes im Repräsentantenhaus zur Verlängerung des vorübergehenden Schutzstatus für haitianische Staatsangehörige – ein Gesetz, das das Weiße Haus ablehnt. Berufliche Beamte berichten, dass bereits eine Suche nach einem Nachfolger läuft, der die Massenabschiebungen im Zeitplan halten kann, falls der Kongress die Finanzierung des DHS freigibt. Für Manager im Bereich globale Mobilität wirft der Führungswechsel bei ICE sofort operative Fragen auf: Werden die Innenkontrollen von Arbeitsstätten während der Prüfung eines neuen Direktors pausieren? Könnten Verträge über Haftplätze mit privaten Betreibern neu verhandelt werden? Und wird Lyons’ Abgang den öffentlichen Druck auf Unternehmen verringern, die als Unterstützer von Abschiebungen durch Datenweitergabe oder Dienstleistungsvereinbarungen wahrgenommen werden? Unternehmen sollten kurzfristig mit Unsicherheiten bei Entscheidungen im Zusammenhang mit Haftkapazitäten rechnen – insbesondere bei Anträgen auf vorübergehende Freilassung oder humanitäre Entlassungen – bis neue Richtlinien vorliegen. Arbeitgeber, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, werden dringend gebeten, ihre I-9- und E-Verify-Unterlagen sorgfältig und aktuell zu halten; Audits nehmen während Übergangsphasen oft zu, da neue Führungskräfte frühzeitig Härte demonstrieren wollen.
Quelle: The Pioneer / Associated Press