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NGOs warnen: Belgien verletzt absichtlich seine Verpflichtungen zur Asylaufnahme

Apr. 24, 2026
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NGOs warnen: Belgien verletzt absichtlich seine Verpflichtungen zur Asylaufnahme
Sieben humanitäre Organisationen – darunter Médecins Sans Frontières, Ärzte der Welt und Caritas International – veröffentlichten am 23. April einen gemeinsamen Bericht, in dem sie Belgien systematischer Verweigerung von Unterkunft, Nahrung und medizinischer Versorgung für Asylsuchende beschuldigen. Den Gruppen zufolge wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 62 Prozent der alleinstehenden Männer und 75 Prozent der Familien eine Unterkunft verweigert. Diese Entwicklung setzte sich trotz mehrerer Gerichtsentscheidungen, die den Staat zur Verbesserung der Aufnahmebedingungen verpflichteten, auch 2026 fort.

Die NGOs führen dies auf die schrumpfenden Aufnahmeplätze bei Fedasil zurück – von etwa 34.500 vor einem Jahr auf rund 30.000 – sowie auf Kürzungen bei den Mitteln, die dazu führten, dass das Humanitäre Zentrum in Brüssel die medizinischen Konsultationen halbieren musste. Sie werfen der Regierung vor, sich auf Notzelte und informelle Freiwilligennetzwerke zu verlassen, anstatt die strukturelle Kapazität auszubauen.

NGOs warnen: Belgien verletzt absichtlich seine Verpflichtungen zur Asylaufnahme


Der Bericht weist zudem auf Reputations- und Compliance-Risiken für Arbeitgeber hin, die Flüchtlinge im Rahmen der belgischen Arbeitsmarktintegrationsprogramme beschäftigen. Ohne stabile Unterkunft und Gesundheitsversorgung können viele berechtigte Personen keine Anmeldung bei der Gemeinde, kein Bankkonto und keine Sozialversicherungsnummer erhalten – was die Erteilung von Arbeitserlaubnissen und den Zugang zur Gehaltsabrechnung blockiert. Unternehmen, die an Programmen wie Talent Beyond Borders teilnehmen, müssen möglicherweise vorübergehend Unterkünfte bereitstellen oder mit NGOs zusammenarbeiten, bis sich die Aufnahmebedingungen verbessern.

Politisch verschärft die Kritik den Druck auf Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt, die bereits wegen anderer Asylreformen parlamentarischer Kontrolle ausgesetzt ist. Beobachter weisen darauf hin, dass Belgien im Januar 2027 die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, was die Einhaltung der EU-Asylstandards zu einer diplomatischen Priorität macht.

Die NGOs empfehlen einen nationalen Verteilmechanismus und Notfallfinanzierungen, um stillgelegte Fedasil-Zentren wieder zu öffnen. Außerdem fordern sie ein sofortiges Moratorium für das im August 2025 in Kraft getretene Gesetz, das die Aufnahme von Personen, die in einem anderen EU-Staat Schutz erhalten haben, beendet – mit der Begründung, dass es gegen internationale Verpflichtungen verstoße.
Quelle: The Brussels Times

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