
Auf einer regulären Pressekonferenz in Peking am 23. April 2026 gab der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun, bekannt, dass die Zahl der Ausländer, die im Rahmen der ausgeweiteten einseitigen visafreien Einreiseprogramme nach China kommen, im ersten Quartal im Jahresvergleich um fast 30 Prozent gestiegen ist. Das Wachstum führte der Beamte auf Pekings Entscheidung Ende letzten Jahres zurück, die 30-tägige visafreie Einreise für 50 Länder – darunter Kanada, das Vereinigte Königreich und mehrere EU-Mitgliedstaaten – bis zum 31. Dezember 2026 zu verlängern. Zudem trugen die Wiederaufnahme weiterer Direktflugverbindungen und vereinfachte digitale Grenzverfahren dazu bei. Guo betonte, dass die Politik darauf abzielt, „Vertrauen in die Weltwirtschaft zu stärken“, indem Führungskräfte, Investoren und Touristen nach drei Jahren pandemiebedingter Einschränkungen zur Rückkehr nach China ermutigt werden. Er wies darauf hin, dass visafreie Reisende inzwischen jeden fünften internationalen Ankömmling ausmachen, verglichen mit einem von neun im Vorjahr, und dass die Ausgaben von Kurzzeit-Geschäftsreisenden im gleichen Zeitraum in Shanghai und Shenzhen um 42 Prozent gestiegen sind. Für multinationale Unternehmen signalisieren die Daten, dass grenzüberschreitende Reisen für Standortbesichtigungen, Lieferkettenprüfungen und Vertragsverhandlungen deutlich einfacher werden. Reiseveranstalter berichten, dass die durchschnittlichen Vorlaufzeiten für die Terminvereinbarung in China von sechs Wochen auf unter drei Wochen gesunken sind, da Kunden keine Zeit mehr für Konsulatsbesuche einplanen müssen. Auch Fluggesellschaften profitieren: China Southern hat eine tägliche Flugverbindung Guangzhou–Paris für visafreie Passagiere aus Frankreich eingeführt, während Air Canada Anfang Mai den Nonstop-Flug Toronto–Peking wieder aufnimmt. Analysten warnen jedoch, dass die visafreie Einreise auf 30 Tage pro Besuch begrenzt bleibt und keine Beschäftigung oder langfristigen Aufenthalt erlaubt. Unternehmen mit Mitarbeitern auf längeren Einsätzen müssen weiterhin Z-Arbeitsgenehmigungen und Aufenthaltstitel beantragen, was in Städten der ersten Kategorie vier bis sechs Wochen dauern kann. Compliance-Teams sollten zudem beachten, dass die Nationale Einwanderungsbehörde (NIA) verstärkt stichprobenartige Ausreisekontrollen durchführt, um sicherzustellen, dass Reisende nicht überziehen oder einer bezahlten Tätigkeit nachgehen. Dennoch deutet der deutliche Anstieg des visafreien Reiseverkehrs darauf hin, dass Pekings umfassendere Strategie, durch Liberalisierung der Mobilität hochkarätige Besucher anzuziehen, an Fahrt gewinnt. Da Chinas Dienstleistungshandel und Einnahmen aus dem Incoming-Tourismus noch unter dem Vorkrisenniveau liegen, werden laut mit Entwürfen der NIA vertrauten Personen weitere Erweiterungen aktiv diskutiert – etwa die Aufnahme Australiens und Neuseelands in die Liste oder die Verlängerung des Aufenthalts auf 60 Tage für qualifizierte Investoren.
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