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Fast 2.700 Flüge zwischen China und Japan im März gestrichen – diplomatischer Konflikt verschärft sich

Apr. 23, 2026
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Fast 2.700 Flüge zwischen China und Japan im März gestrichen – diplomatischer Konflikt verschärft sich
Geschäftsreisende zwischen den zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften der Welt sehen sich mit einer zunehmenden Kapazitätsknappheit im Flugverkehr konfrontiert. Laut dem Luftfahrtdatenanbieter DAST wurden im März 2.691 geplante Flüge auf den China-Japan-Strecken gestrichen – fast jeder zweite Flug. Die Kapazitätskürzungen begannen im November 2025, nachdem Tokio angedeutet hatte, im Falle einer Taiwan-Krise militärisch eingreifen zu können. Doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Reduzierungen im März überraschten selbst erfahrene Analysten. OAG-Flugpläne zeigen, dass vor allem chinesische Fluggesellschaften – und nicht ihre japanischen Pendants – für den Rückzug verantwortlich sind. Flughäfen in den chinesischen Kernregionen der Fertigung wie Peking, Shanghai, Guangzhou, Dalian und Nanjing sind am stärksten betroffen, einige verloren mehr als die Hälfte ihrer geplanten Frequenzen. Für Mai sind bereits 45 % der Flüge gestrichen, darunter 210 Verbindungen während des lukrativen 1.–5. Mai, dem Tag der Arbeit. Auch die Vorausbuchungen für Juni sind nahezu ebenso dünn, was auf eine anhaltende Verknappung der Sitzplatzkapazitäten hindeutet. Die Kapazitätskrise hat unmittelbare wirtschaftliche Folgen. Die sino-japanischen Lieferketten sind auf häufige Kurzstreckenflüge für Ingenieure, Qualitätskontrollteams und Führungskräfte angewiesen. Hersteller aus den Bereichen Autozulieferteile, Elektronik und Chemie berichteten der South China Morning Post, dass sie nun mehrtägige Umwege über Seoul oder Taipeh in Kauf nehmen müssen, was Kosten erhöht und die Just-in-Time-Produktion belastet. Auch der Tourismussektor spürt die Auswirkungen: Zahlen der Japanischen Nationalen Tourismusorganisation zeigen, dass die Ankünfte chinesischer Besucher im März im Jahresvergleich um 55,9 % auf nur 291.600 gesunken sind. Branchenexperten sind überzeugt, dass politische Gründe – und nicht eine schwache Nachfrage – den Rückzug antreiben. „Das ist vor allem eine Maßnahme chinesischer Airlines, die politisch motiviert ist“, so John Grant, Chefanalyst bei OAG. Da weder Peking noch Tokio eine baldige Entspannung signalisieren, sollten Unternehmen mit begrenzter Kapazität und steigenden Preisen in der Sommer-Hauptreisezeit rechnen. Reiseverantwortliche werden geraten, Plätze frühzeitig zu sichern, Verbindungen über Drittstaaten in Betracht zu ziehen und Fürsorgepflichten für Mitarbeiter auf längeren Routen zu überprüfen. Langfristig zeigt der Vorfall, dass geopolitische Risiken Flugpläne über Nacht verändern können. Unternehmen mit Asien-weiten Mobilitätsprogrammen sollten alternative Drehkreuze identifizieren, ihr Portfolio an Fluggesellschaften diversifizieren und flexible Reisebudgets einplanen, um plötzliche Preissprünge auf politisch sensiblen Strecken abzufedern.
Quelle: South China Morning Post

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