
Zwei Wochen nach dem Start des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) stellen ausländische Einwohner, die italienische Grenzen passieren, fest, dass die Regeln von Flughafen zu Flughafen unterschiedlich sind. Eine Untersuchung von The Local vom 27. April ergab, dass am Flughafen Rom-Fiumicino Inhaber eines italienischen Aufenthaltstitels (permesso di soggiorno) die Registrierung umgehen und automatisierte Gates nutzen können, während in Palermo und Genua dieselben Passagiere noch in langen biometrischen Warteschlangen für Touristen landen. Dieses Flickwerk resultiert aus einer Entscheidung des Innenministeriums, die Umsetzung den einzelnen Flughafenbetreibern zu überlassen. Im Gegensatz zu Frankreich, das landesweit Anweisungen zur Befreiung von Einwohnern erließ, gab Italien nur allgemeine Richtlinien heraus, sodass die Grenzpolizei und private Dienstleister die EU-Verordnung 2017/2226 eigenständig interpretieren müssen. Das führt zu verpassten Flügen – laut Flughafenquellen Hunderte – und wachsender Frustration bei Nicht-EU-Bewohnern, die bei der Erstantragstellung bereits Fingerabdrücke abgeben mussten. Für Unternehmen steigen die Risiken: Wird ein Mitarbeiter mit gültiger Aufenthaltserlaubnis fälschlicherweise im EES als Kurzzeitbesucher registriert, kann das System bei der nächsten Ausreise aus dem Schengen-Raum einen Überziehungsalarm auslösen, was bei der Rückkehr zur Einreiseverweigerung führen kann. Mobilitätsteams raten daher, einen Ausdruck der Ausnahmeliste der Europäischen Kommission sowie der EES-FAQ des italienischen Außenministeriums in Italienisch und Englisch mitzuführen und Grenzbeamte zu bitten, fehlerhafte Einträge sofort zu löschen. Die Flughäfen selbst suchen nach Klarheit: Der Betreiber in Rom (ADR) testet einen Scanner, der den QR-Code neuer elektronischer Aufenthaltstitel liest; in Mailand-Malpensa werden Bewohner noch an Schaltern abgefertigt, ein Software-Update soll „in wenigen Wochen“ kommen. Branchenkenner gehen davon aus, dass einheitliche Abläufe vor dem touristischen Ansturm Ende Juni nicht realisiert werden, was im Mai weiterhin zu Engpässen für Geschäftsreisende führt. Praktischer Tipp: Bis zur Harmonisierung sollten Reisende mit italienischem Wohnsitz mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein, Bordkarten mit Wohnsitzstatus bereithalten und fehlerhafte EES-Registrierungen sofort melden, damit die Daten vor der nächsten Reise bereinigt werden können.
Quelle: The Local Italy
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