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Umfrage zeigt: Mehrheit der Schweizer unterstützt jetzt die Initiative für eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen

Apr. 30, 2026
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Umfrage zeigt: Mehrheit der Schweizer unterstützt jetzt die Initiative für eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen
Eine neue landesweite Umfrage, die am 29. April vom Schweizer Öffentlich-Rechtlichen SRG/SSR und den Zeitungen 20 Minuten/Tamedia veröffentlicht wurde, zeigt, dass 52 Prozent der Stimmberechtigten die Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) „Nein zu einer Schweiz mit 10 Millionen“ unterstützen würden, wenn das Referendum heute stattfinden würde. 46 Prozent würden mit „Nein“ stimmen, während 2 Prozent unentschieden sind.

Die Initiative verpflichtet den Bundesrat, die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis mindestens 2050 unter zehn Millionen zu halten. Sollte diese Obergrenze überschritten werden, müsste Bern das Freizügigkeitsabkommen mit der EU kündigen und für alle neuen Aufenthaltsbewilligungen – einschließlich jener für EU/EFTA-Bürger, innerbetriebliche Versetzungen und Grenzgänger – wieder quantitative Beschränkungen einführen.

Umfrage zeigt: Mehrheit der Schweizer unterstützt jetzt die Initiative für eine Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen


Wirtschaftsverbände und die meisten Kantonsregierungen warnen, dass eine solche Obergrenze den chronischen Fachkräftemangel in der Schweiz verschärfen würde. Swissmem, der Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, rechnet damit, dass bis 2035 bis zu 460.000 Vollzeitstellen unbesetzt bleiben könnten, was zentrale Exportbranchen wie Maschinenbau, Medizintechnik und Pharmaindustrie schwächen würde. Gegner befürchten zudem Vergeltungsmaßnahmen aus Brüssel, die die Schweizer Teilnahme an Programmen wie Horizon Europe, Erasmus+ und öffentlichen Beschaffungsmärkten gefährden könnten.

Befürworter argumentieren hingegen, dass das durch Zuwanderung bedingte Wachstum die Infrastruktur in den Bereichen Wohnen, Verkehr und Gesundheitswesen belastet und die Lebenshaltungskosten in den städtischen Kantonen in die Höhe treibt. Sie betonen, dass die Initiative weiterhin eine begrenzte Zuwanderung für „kritische Funktionen“ zulässt, doch Kritiker weisen darauf hin, dass der Text keine Ausnahmen für hochqualifizierte Fachkräfte oder Familiennachzug vorsieht.

Da die Abstimmung für den 14. Juni angesetzt ist, mobilisieren beide Lager intensiv die im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer sowie international mobile Fachkräfte. Arbeitgeber mit großem ausländischem Personalbestand raten ihren HR-Abteilungen bereits, die Verlängerung von Arbeitsbewilligungen zu beschleunigen und Notfallpläne für mögliche Quotenbeschränkungen zu erstellen, falls die Stimmberechtigten die Obergrenze annehmen.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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