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Westschweizer Kantone bilden geschlossene Front gegen Einwanderungsinitiative mit Bevölkerungsobergrenze

Apr. 28, 2026
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Westschweizer Kantone bilden geschlossene Front gegen Einwanderungsinitiative mit Bevölkerungsobergrenze
Die Finanzministerin von Genf, Nathalie Fontanet, stellte sich am 27. April gemeinsam mit Ministern aus Waadt, Wallis, Freiburg, Neuenburg und Jura gegen die Volksinitiative der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (SVP), die darauf abzielt, die Bevölkerung der Schweiz unter zehn Millionen einzufrieren. Fontanet warnte in Bern im Namen der Konferenz der Westschweizer Regierungen, dass der Vorschlag die bereits bestehenden Arbeitskräftemängel im Gesundheitswesen, in der Bildung und im öffentlichen Verkehr verschärfen und die mühsam ausgehandelten bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union gefährden könnte. Die Initiative – unter dem Spitznamen „Nein zu zehn Millionen“ bekannt – wird am 14. Juni landesweit zur Abstimmung kommen. Bei Annahme müsste der Bundesrat eine Notbremse bei der Einwanderung ziehen, sobald die Wohnbevölkerung 9,5 Millionen erreicht, und entscheiden, welche Kategorien von ausländischen Arbeitskräften, Studierenden und Familienangehörigen weiterhin zugelassen werden. Die westlichen Kantone argumentieren, dass solche Ermessensquoten die kantonale Autonomie in Wirtschafts- und Bevölkerungsfragen untergraben würden. Auch Wirtschaftsverbände teilen diese Bedenken. Swissmem, der Arbeitgeberverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, schätzt, dass bis 2035 rund 460.000 Vollzeitstellen unbesetzt bleiben könnten, wenn die Zuwanderung gedrosselt wird, was die Exportfähigkeit der Schweiz gefährden würde. Krankenhäuser sind bereits jetzt auf ausländisch ausgebildetes Personal für mehr als 40 Prozent der Arztstellen angewiesen, und der öffentliche Verkehrsbetrieb TPG schätzt, dass er jeden fünften Fahrer verlieren würde. Diplomatisch könnte die Initiative zudem die neu aufgenommenen Verhandlungen mit Brüssel über ein neues Rahmenabkommen gefährden. Die Personenfreizügigkeit ist ein Eckpfeiler des bestehenden bilateralen Pakets; jede einseitige Begrenzung würde mit großer Wahrscheinlichkeit Gegenmaßnahmen der EU auslösen, darunter die Aussetzung der Schweizer Teilnahme an Horizon-Europe-Forschungsprogrammen und Erasmus-Studentenaustauschen. Da die französischsprachigen Kantone nun öffentlich dagegen sind, sagen politische Analysten, dass die Abstimmung von den deutschsprachigen Wechselwählern abhängen wird. Arbeitgeber haben begonnen, Personalabteilungen und global mobile Mitarbeitende über Notfallpläne – darunter beschleunigte Arbeitsbewilligungsverfahren – zu informieren, falls die Wählerschaft sich für eine strikte Bevölkerungsobergrenze entscheidet.
Quelle: SWI Swissinfo

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