
Geschäfts- und Freizeitreisende, die über das Maifeiertagswochenende nach oder durch Finnland reisen, haben aus erster Hand erfahren, wovor viele Europäer seit Wochen warnen: Das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU kann die Grenzformalitäten stundenlang verzögern. The Guardian sammelte Berichte aus den 25 Schengen-Staaten, die das biometrische System bereits nutzen, wobei Reisende von Wartezeiten von bis zu drei Stunden berichteten, um Fingerabdrücke und Gesichtsbilder an automatisierten Kiosken scannen zu lassen. Obwohl der Flughafen Helsinki bisher die schlimmsten Staus vermeiden konnte, berichten Geschäftsreisemanager, dass schon eine Verzögerung von 15 Minuten enge Anschlussverbindungen im asiatischen Flugnetz von Finnair gefährden kann. Finnland war ein Vorreiter und installierte im vergangenen Herbst 25 Selbstbedienungskioske und veröffentlichte Live-Warteschlangenanzeigen. Doch die Geräte sind nur so schnell wie der langsamste Nutzer, und die erstmalige Registrierung dauert bei Familien, älteren Menschen und Personen mit schwer erfassbaren Fingerabdrücken länger. Finavia empfiehlt, bei der ersten Reise nach dem 10. April – dem Datum, an dem das System verpflichtend wurde – mindestens 45 Minuten mehr einzuplanen, während große Fluggesellschaften stillschweigend die Mindestanschlusszeiten für Helsinki verlängern. Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter nach Finnland entsenden, lautet der praktische Rat: längere Zwischenstopps einplanen, Mitarbeiter daran erinnern, dass der biometrische Datensatz drei Jahre gültig ist, und sicherstellen, dass die Reisepässe genügend freie Seiten für manuelle Kontrollen haben. Mobilitätsteams sollten zudem die angekündigten Schulungstage der finnischen Grenzschutzbehörde im Blick behalten, da die Abfertigung dann erneut langsamer sein könnte. Obwohl sich die Anfangsschwierigkeiten voraussichtlich legen werden, ist dies ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Ende 2026 wird eine separate ETIAS-Reisegenehmigung eingeführt, die einen weiteren Schritt für visumfreie Besucher bedeutet. Unternehmen, die jetzt ihre Richtlinien aktualisieren, ersparen ihren Entsandten – und den Reisekosten – unangenehme Überraschungen.
Quelle: The Guardian
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