
Australiens Hochkommissar in Indien, Philip Green, erklärte am 2. Mai, dass die nächste Phase des Wirtschafts- und Handelsabkommens zwischen Indien und Australien (ECTA) eine eigenständige Vereinbarung zur Arbeitsmobilität enthalten könnte, die es „Indern erleichtert, in Australien zu leben und zu arbeiten“. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANI wies Green darauf hin, dass bereits 135.000 indische Studierende in Australien sind und die Diaspora nun über eine Million Menschen umfasst. Indien strebt eine erweiterte Anerkennung von Qualifikationen sowie vereinfachte Visaprozesse für Fachkräfte in Bereichen wie IT, Agrartechnologie und Gesundheitswesen an. Australien hingegen fordert tiefere Zollsenkungen bei Agrarprodukten und Zusicherungen, dass der Marktzugang indische Landwirte nicht benachteiligt. Green betonte, dass beide Seiten Wege suchen, diese Ziele miteinander zu verbinden, ohne innenpolitische Interessen zu gefährden. Eine Vereinbarung zur Arbeitsmobilität würde auf dem bestehenden Mobility Outcome unter ECTA aufbauen, das ein neues Mobility Pathway Visa für Berufseinsteiger geschaffen hat, das jedoch auf 3.000 Plätze pro Jahr begrenzt ist. Branchenverbände kritisieren, dass diese Quote bei weitem nicht ausreicht, angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in Australien und des großen Absolventenpotenzials in Indien. Gelingt die Verhandlung, könnten australische Arbeitgeber schneller auf indische Fachkräfte mittlerer Qualifikation zugreifen und so die Abhängigkeit von Arbeitskräften aus Drittstaaten und teuren innerbetrieblichen Versetzungen verringern. Gleichzeitig könnte eine stärkere Mobilität die innenpolitische Debatte über Migrationszahlen verschärfen, die nach der jüngsten Verschärfung der Studentenvisa bereits im Fokus steht. Beobachter erwarten, dass dieses Thema bei Premierminister Anthony Albaneses geplanter Reise nach Neu-Delhi später in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen wird.
Quelle: ANI via Newswav
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