
In Äußerungen, die am 3. Mai von mehreren russischen Medien aufgegriffen wurden, enthüllte Botschafter Alexei Meshkov, dass Frankreich im Jahr 2025 „kaum 150.000“ Visa an russische Staatsbürger ausgestellt hat – etwa ein Drittel der vor der Pandemie und den EU-Sanktionen wegen der Ukraine jährlich erteilten 450.000 Mehrfacheinreisegenehmigungen. Laut dem Gesandten handelt es sich bei den meisten Genehmigungen inzwischen um Einreisevisa für Geschäfts- oder Familienbesuche, und die Antragsgebühren haben sich mit dem Auslaufen des EU-Russland-Erleichterungsabkommens von 2007 verdoppelt. Französische Behörden haben die Zahlen nicht bestritten, weisen jedoch darauf hin, dass die Auslandsreisen aus Russland nach März 2022 eingebrochen sind und sich erst teilweise erholten, nachdem Direktflüge über den Golf und die Türkei wieder aufgenommen wurden. Die Nachfrage liegt daher weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019. Dennoch berichten Unternehmen mit russischen Fachkräften, dass Termine in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg regelmäßig drei Monate im Voraus ausgebucht sind, was dringende Reisende dazu zwingt, ihre Anträge in Drittstaaten zu stellen. Für französische Arbeitgeber erschwert die Situation die Personalplanung, insbesondere in den Bereichen Energie, Luxus-Einzelhandel und IT-Dienstleistungen, wo russische Spezialisten weiterhin gefragt sind. Einige haben auf lokale Arbeitsverträge oder Remote-First-Einsätze umgestellt, um Visa-Engpässe zu umgehen. Andere testen das französische Tech-Visum, das eine fünfjährige Aufenthaltserlaubnis bietet, aber ein Mindestgehalt von 45.000 € sowie den Nachweis erfordert, dass das aufnehmende Unternehmen vom Wirtschaftsministerium zertifiziert ist. Politisch erklärt Paris, das Erleichterungsabkommen erst „zu überprüfen, wenn Russland seine internationalen Verpflichtungen erfüllt“, was sowohl die Ukraine als auch die Rücknahmevereinbarungen betrifft. Bis dahin müssen Mobilitätsteams mit erhöhten Ablehnungsquoten (derzeit etwa 16 %) rechnen und pro Antrag mit Kosten von 160 bis 200 € inklusive biometrischer Datenerfassung in ausgelagerten Zentren kalkulieren. Praktischer Tipp: Um Terminrisiken zu minimieren, können Unternehmen Visa-Anträge bis zu sechs Monate vor der Reise einreichen; aktuelle Fälle zeigen, dass detaillierte Projektanschreiben auf Firmenbriefpapier die Bearbeitungszeit auf französischer Seite verkürzen.
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