
Indien macht einen entscheidenden Schritt in Richtung papierlose Einwanderung und stellt das gesamte Overseas Citizen of India (OCI)-Programm auf eine Online-Plattform namens e-OCI um. Die am 30. April bekanntgegebenen und seit dem 1. Mai geltenden Citizenship (Amendment) Rules 2026 verlangen, dass alle neuen OCI-Anmeldungen, Verlängerungen und Verzichtserklärungen über ein zentrales Portal eingereicht werden. Antragsteller haben die Möglichkeit, elektronische Nachweise zu erhalten, die in einer mobilen Brieftasche gespeichert werden können. Wichtige Änderungen umfassen die verpflichtende biometrische Zustimmung, die automatische Umwandlung alter PIO-Karten in den OCI-Status sowie die Befugnis des Einwanderungsamts, einen OCI-Status elektronisch zu widerrufen, auch wenn das physische Heft nicht abgegeben wird. Minderjährige dürfen künftig nicht mehr zwei Pässe gleichzeitig besitzen – Eltern müssen sich für einen indischen oder einen ausländischen Pass für ihr Kind entscheiden, um eine bisherige Grauzone im Staatsbürgerschaftsstatus zu schließen. Auch die Gebühren wurden überarbeitet: Ein neuer OCI-Antrag kostet nun in Indien 22.500 ₹ und im Ausland 315 US-Dollar, während die Neuausstellung im Zusammenhang mit der Passverlängerung 8.900 ₹ bzw. 120 US-Dollar beträgt. Das Innenministerium erwartet, dass die digitale Bearbeitung die durchschnittliche Genehmigungszeit von 60 auf 15 Tage verkürzt, sobald der neue Back-Office-Prozess vollständig implementiert ist. Für Unternehmen passt die Umstellung auf e-OCI gut zum Fast-Track Immigration – Trusted Traveller Programme (FTI-TTP) Indiens. Karteninhaber, die sich anmelden, können ab Dezember 2026 automatisierte e-Gates an 13 internationalen Flughäfen nutzen, wodurch die Ankunftskontrolle auf unter eine Minute verkürzt wird. Mobility-Manager sollten ihre Checklisten aktualisieren: Physische OCI-Hefte sind für Reisen nun optional, aber die neue elektronische Ankunftskarte muss vor dem Boarding ausgefüllt werden. Indische Vertretungen bieten Webinare zur Unterstützung der Antragsteller an, und das offizielle Portal hat eine API für große Unternehmens-Immigrationsteams eingeführt, um Daten in großen Mengen hochzuladen. Frühzeitige Nutzer wie Tata Consultancy Services berichten, dass das digitale Dashboard den Papieraufwand bei Gruppenanträgen um 70 % reduziert. Expat-Gemeinschaften warnen jedoch, dass einige VFS-Zentren im Ausland noch an die neuen Abläufe angepasst werden müssen, weshalb Reisende in den ersten Wochen der Umstellung mehr Zeit einplanen sollten.
Quelle: The Financial Express