
In einem Interview mit indischen Medien am 2. Mai erklärte Philip Green, Australiens Hochkommissar in Indien, dass die nächste Phase der bilateralen Wirtschaftsbeziehung davon abhängen werde, „den Indern das Leben und Arbeiten in Australien zu erleichtern“, neben Zollsenkungen bei Agrarimporten. Die Äußerungen, berichtet von Business Standard, erfolgen vor dem Hintergrund der Verhandlungen über ein erweitertes Wirtschafts- und Handelsabkommen (ECTA-II), das Mobilitätskapitel enthalten könnte, die auf dem MATES-Visum für Berufseinsteiger mit 3.000 Plätzen aufbauen und die Anerkennung beruflicher Qualifikationen in Bereichen wie IT und Buchhaltung vorsehen. Green betonte, dass Inder bereits eine der beiden größten Gruppen ausländischer Studierender in Australien bilden – etwa 135.000 – und die indische Diaspora die Marke von einer Million überschritten hat. Er argumentierte, dass eine vereinfachte Anerkennung von Abschlüssen und beruflichen Zertifikaten beiden Volkswirtschaften helfen würde, Fachkräftelücken zu schließen, ohne heimische Arbeitsplätze zu gefährden. Für indische Arbeitgeber könnte eine schnellere Anerkennung von Qualifikationen die Einsatzzeiten für Ingenieure und Projektmanager bei australischen Einsätzen verkürzen. Im Gegenzug strebt Canberra niedrigere Zölle auf Wein, Milchprodukte und Hülsenfrüchte an und sieht Handelszugeständnisse als politischen Ausgleich. Die Verhandler wollen die Gespräche vor dem australischen Bundeshaushalt im Oktober abschließen, was die Möglichkeit eröffnet, dass neue Visapfade Anfang 2027 in Kraft treten. Mobilitätsteams sollten auf Änderungen der Listen für das Temporary Skill Shortage-Visum (Subclass 482) achten, die um indische Wirtschaftsprüfer und MINT-Forscher erweitert werden könnten. Unternehmen, die Mitarbeiter nach Australien entsenden, sollten zudem höhere Anforderungen an die Krankenversicherung einplanen; Australien hat die Mindestdeckung ab dem 1. Juli auf 2 Millionen AUD erhöht. Obwohl kein offizieller Text vorliegt, deuten Greens Aussagen darauf hin, dass Arbeitsmobilität zum Kernstück einer umfassenderen strategischen Partnerschaft zwischen den indo-pazifischen Verbündeten wird.
Quelle: Business Standard
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