
Am 5. Mai um 09:00 Uhr hat das polnische Amt für Ausländer (UdSC) still und leise sein neues Portal Moduł Obsługi Spraw (MOS) 2.0 für eine neue Einwanderungsleistung eröffnet, die sich an Ukrainer richtet, die seit dem russischen Einmarsch 2022 unter den Regeln des vorübergehenden Schutzes in Polen leben. Das Dokument – offiziell eine befristete Aufenthaltserlaubnis mit dem Vermerk „Früher unter vorübergehendem Schutz“, aber allgemein als CUKR-Karte bekannt – gewährt einen dreijährigen Aufenthaltsstatus, uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt und Schengen-Reisefreiheit von bis zu 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen. Das UdSC berichtet, dass der erste Antrag bereits sechs Minuten nach Start einging; bis 10:00 Uhr waren fast 200 Anträge im System. Die Anspruchsvoraussetzungen basieren auf drei Daten: Antragsteller müssen am 4. Juni 2025 den PESEL-UKR-Status besitzen, diesen auch am Tag der Antragstellung behalten und ihn mindestens 365 Tage ununterbrochen aufrechterhalten haben. Alle Anträge sind ausschließlich online einzureichen und müssen mit einem vertrauenswürdigen Profil (ePUAP) oder einer qualifizierten elektronischen Signatur unterzeichnet werden – ein großer Verfahrenswechsel für eine Gemeinschaft, die bisher Papierwarteschlangen in den Woiwodschaftsämtern gewohnt war. Für Arbeitgeber entfällt mit der Karte eine bürokratische Hürde: Inhaber dürfen ohne gesonderte Arbeitserlaubnis für jedes Unternehmen arbeiten und können ein Einzelunternehmen auf derselben Grundlage wie polnische Staatsbürger anmelden. Personalabteilungen sollten dennoch einen Nachweis über die Ausstellung der CUKR-Karte einholen, da diese den zuvor den Arbeitsmarktzugang bestätigenden PESEL-UKR-Status ersetzt. Die Maßnahme fügt sich zudem in Polens umfassende Digitalisierungsstrategie ein: Seit dem 27. April müssen alle Anträge auf Aufenthaltserlaubnisse – sei es Arbeit, Familie oder langfristiger EU-Aufenthalt – über MOS 2.0 eingereicht werden. Experten warnen vor hoher Systemauslastung während der Bürozeiten und empfehlen zeitkritischen Unternehmensentsandten, ihre Anträge nach 18:00 Uhr einzureichen, wenn die Serverlast geringer ist. Schließlich weisen Migrations-NGOs darauf hin, dass der Wechsel zur CUKR-Karte den Verlust staatlich geförderter Unterkünfte und einiger Sozialleistungen im Rahmen des vorübergehenden Schutzes bedeutet. Berater empfehlen daher eine Budgetberatung für einkommensschwächere Antragsteller und eine klare Kommunikation, damit Familien die Vor- und Nachteile verstehen, bevor sie auf „Absenden“ klicken.
Quelle: Ukrinform
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