
Ein vertraulicher Politikfahrplan, der The Guardian vorliegt, zeigt, dass Oppositionsführer Angus Taylor sein Schatten-Migrationsteam beauftragt hat, Optionen zu prüfen, um das jährliche Netto-Auslandswanderungsziel (NOM) Australiens auf zwischen 150.000 und 200.000 Personen zu senken. Das Leck erfolgt nur wenige Tage vor der Wiederaufnahme des Parlaments für die Bundeshaushaltsdebatte und signalisiert die Absicht der Koalition, Migration zum zentralen Thema der nächsten Wahl zu machen. Australiens NOM stieg 2024-25 auf etwa 306.000, da Universitäten und Arbeitgeber die während der Pandemie geschlossenen Kanäle wieder öffneten. Wirtschaftsverbände argumentieren, dass eine starke Migration entscheidend zur Linderung von Fachkräftemangel beiträgt, doch Taylors Lager betont, dass Wohnraummangel und Druck auf öffentliche Dienste nun kleinere Zuwanderungszahlen erfordern. Würde die Obergrenze eingeführt, läge sie über dem strikten 130.000-Visumslimit, das von One Nation vorgeschlagen wurde, aber deutlich unter den von der aktuellen Labor-Regierung vertretenen Zahlen. Schattenminister wurden angewiesen, Wege zu prüfen, um kritische Fachkräfteprogramme – wie das neue dreistufige „Skills-in-Demand“-Visum – zu erhalten, während niedrig priorisierte und familiäre Zuwanderungskanäle verschärft werden sollen. Analysten warnen, dass eine drastische Kürzung Unternehmen dazu zwingen könnte, Projekte ins Ausland zu verlagern oder die Automatisierung zu beschleunigen, falls Talente lokal nicht verfügbar sind, insbesondere in den Bereichen IT und Ingenieurwesen. Für Manager globaler Mobilität ist das Dokument eine frühe Warnung, dass Visa-Verfügbarkeit, Bearbeitungsprioritäten und Berufskontingente nach der nächsten Wahl deutlich verändert werden könnten. Arbeitgeber, die auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind, sollten in Erwägung ziehen, Sponsorships für 2026 vorzuziehen und alternative Wege (z. B. regionale oder Designated Area Migration Agreements) zu prüfen, falls die jährlichen Obergrenzen ab 2027 greifen.
Quelle: The Guardian