
Das brasilianische Außenministerium hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der bestätigt wird, dass Inhaber gewöhnlicher chinesischer Reisepässe ab dem 11. Mai 2026 eine visafreie Einreise für 30 Tage genießen werden. Die Ankündigung, die am 7. Mai von Xinhua und brasilianischen Medien berichtet wurde, ist eine Gegenseitigkeit zu Pekings eigener Visafreiheit für Brasilianer, die im vergangenen Jahr eingeführt wurde, und festigt die wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Die Visafreiheit gilt für Tourismus, Geschäftsreisen, Familienbesuche und Transit und kann mehrfach genutzt werden, wobei der Aufenthalt ohne besondere Genehmigung 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten nicht überschreiten darf. Konsularische Gebühren für andere Visatypen bleiben unverändert. Chinesische Online-Reiseplattformen verzeichneten sofort einen Anstieg der Suchanfragen: Qunar meldete innerhalb einer Stunde eine 6,8-fache Zunahme der Anfragen für Flüge von Peking nach Rio, während Tongcheng einen 200 %igen Anstieg der Suchanfragen zum Stichwort „Brasilien“ registrierte. Langstreckenbuchungen nach São Paulo sind bereits im Jahresvergleich um 130 % gestiegen, und Analysten erwarten weiteres Wachstum, da die Fußball-Weltmeisterschaft der USA, Kanadas und Mexikos näher rückt. Für chinesische Unternehmen mit Beteiligungen in Brasiliens Energie-, Agrartechnologie- und Mineraliensektoren verkürzt die Regelung die Vorlaufzeiten für Standortbesuche und After-Sales-Support erheblich. Zudem erleichtert sie Personalwechsel für chinesische EPC-Auftragnehmer, die im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative Eisenbahnen und Häfen bauen. Mobilitätsteams sollten jedoch beachten, dass für bezahlte Tätigkeiten Arbeitserlaubnisse erforderlich sind und die Bearbeitungszeiten bei der brasilianischen Bundespolizei (Polícia Federal) 45 Tage überschreiten können. Insgesamt signalisiert Brasiliens Schritt eine regionale Verschiebung: Chile und Argentinien prüfen Berichten zufolge ähnliche Zugeständnisse, um chinesische Touristen mit hoher Kaufkraft anzuziehen. Sollte dies umgesetzt werden, könnte Lateinamerika zur nächsten Wachstumsregion für Chinas ausgehenden Freizeit- und Geschäftsreisemarkt werden.
Quelle: Global Times
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