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Frankreich stellt volle diplomatische Präsenz in Algier wieder her und signalisiert Entspannung bei Visa- und Sicherheitszusammenarbeit

Mai 9, 2026
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Frankreich stellt volle diplomatische Präsenz in Algier wieder her und signalisiert Entspannung bei Visa- und Sicherheitszusammenarbeit
Präsident Emmanuel Macron hat Botschafter Stéphane Romatet nach einer 13-monatigen Abberufung, die die meisten hochrangigen Kontakte einfrieren und die Visaerteilung zwischen Frankreich und Algerien stark beeinträchtigen ließ, zurück nach Algier entsandt. Die Rückkehr des Gesandten – zeitlich abgestimmt auf die Gedenkfeiern zum Massaker von Sétif am 8. Mai 1945 – ist das bislang deutlichste Zeichen aus Paris, die schwerste bilaterale Krise seit der Unabhängigkeit Algeriens zu beheben. Die konsularen Folgen des Streits von 2025 waren schmerzhaft: Frankreich halbierte die Kontingente für Kurzzeitvisa für algerische Staatsbürger mit der Begründung, Algier verweigere die Rücknahme illegaler Migranten. Geschäftsreisen brachen ein, und gemeinsame französisch-algerische Unternehmen beklagten monatelange Verzögerungen bei der Bearbeitung von Arbeitserlaubnissen. Diplomatische Quellen berichten Le Monde, dass das Quai d’Orsay die Wiederaufnahme normaler Visakontingente „innerhalb weniger Wochen“ vorbereitet, sofern Algerien Charterflüge für Rückführungen im Rahmen des Rücknahmeabkommens von 1994 akzeptiert. Auch die Sicherheitszusammenarbeit steht auf der Agenda. Das französische Innenministerium möchte, dass die algerische Generaldirektion für Nationale Sicherheit wieder Passagierdaten austauscht, um Sahel-Schmuggelnetzwerke zu verfolgen, die Marseille und Oran als Sprungpunkte nutzen. Die Energiekonzerne TotalEnergies und Sonatrach, die eine 3-Milliarden-Euro-LNG-Partnerschaft in der Pipeline haben, begrüßen die Entspannung im Hintergrund. Dennoch bleiben Hindernisse: Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune hat ein Dekret von 2025, das französische Kultur-NGOs einschränkt, nicht aufgehoben, und Paris sorgt weiterhin für Unmut in der algerischen Öffentlichkeit, indem es den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Experten gehen davon aus, dass beide Seiten den Fortschritt beim Treffen des französisch-algerischen Hochrats im Juli in Marseille auf die Probe stellen werden. Für Mobilitätsmanager ist die wichtigste Erkenntnis, dass sich die Rückstände bei Visaterminen in den TLScontact-Zentren in Algier, Oran und Annaba vor der Konferenzsaison im Juni voraussichtlich verringern könnten. Unternehmen sollten jedoch weiterhin alternative Routen über Tunis oder Casablanca einplanen, bis die neuen Kontingente im französischen Amtsblatt bestätigt sind.
Quelle: Le Monde

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