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Macron verurteilt US-Visasperren gegen den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton

Dez. 25, 2025
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Macron verurteilt US-Visasperren gegen den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton
Frankreich erwachte am Heiligabend mit einem ungewöhnlichen diplomatischen Streit: Washington hat Einreiseverbote gegen fünf prominente europäische Aktivisten im Kampf gegen Online-Desinformation verhängt, darunter auch den ehemaligen EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton aus Frankreich.

In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) um 11 Uhr Pariser Zeit verurteilte Präsident Emmanuel Macron den US-Schritt als „Einschüchterung und Zwang, die darauf abzielen, die digitale Souveränität Europas zu untergraben.“ Élysée bestätigte, dass den fünf Personen und ihren Familien Visa gemäß Abschnitt 212(a)(3)(C) des US-Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes verweigert werden, der normalerweise für schwerwiegende Sicherheitsbedrohungen reserviert ist.

Macron verurteilt US-Visasperren gegen den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton


Der Zeitpunkt ist heikel. Frankreich hat 2025 vor allem damit verbracht, das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) und das Gesetz über digitale Märkte (DMA) von der Gesetzgebung in die Durchsetzung zu bringen; Breton, der nun Sonderberater der französischen Regierung ist, fungiert als Hauptbefürworter dieser Regelungen in Paris. US-Beamte argumentieren, dass der DSA einer Zensur amerikanischer Tech-Plattformen gleichkomme und daher ein Visaverbot rechtfertige. Französische Diplomaten entgegnen, dass es sich um einen extraterritorialen Angriff auf eine von gewählten EU-Parlamentariern verabschiedete Verordnung handele.

Praktisch erschweren die Verbote die transatlantische Mobilität hochrangiger französischer Beamter und Experten für Technologiepolitik, die regelmäßig nach Washington und ins Silicon Valley reisen, um Investoren zu informieren und sich mit Regulierungsbehörden zu treffen. Verantwortliche für die Mobilität in Unternehmen sollten kurzfristige Reiseplanänderungen einplanen und frühzeitig A- oder G-Visa für Mitarbeiter beantragen, die an der EU-Digitalpolitik beteiligt sind.

Blickt man voraus, prüft Paris eine Gegenseitigkeitsklausel zur „digitalen Governance“, die Schengen-Visa für ausländische Führungskräfte verweigern könnte, die sich nicht an die EU-Plattformregeln halten. Theoretisch könnte dies auch hochrangige US-Tech-Manager treffen, die im kommenden Frühjahr an der VivaTech-Konferenz in Paris teilnehmen. Derzeit hat EU-Außenbeauftragter Josep Borrell Notfallkonsultationen angefordert, während die Europäische Kommission erklärt, „alle Optionen – einschließlich Gegenmaßnahmen – seien auf dem Tisch.“
Quelle: Reuters

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