
Asylbewerber in Belgien wurden darüber informiert, dass ihre persönlichen Anhörungen beim Amt des Kommissars für Flüchtlinge und Staatenlose (CGRS) wie geplant am kommenden Dienstag stattfinden, obwohl das Gebäude aufgrund eines landesweiten Streiks und Demonstrationen möglicherweise abgesperrt wird. In einer Mitteilung vom 8. Mai räumte das CGRS ein, dass der öffentliche Nahverkehr am 12. Mai eingeschränkt sein könnte, forderte die Antragsteller, Vormünder und Anwälte jedoch auf, **„alle Anstrengungen zu unternehmen“**, um anwesend zu sein. Wer am selben Tag nicht zu den Büros in der Rue Ernest Blerot in Brüssel gelangen kann, muss die Behörde per E-Mail informieren und dabei die Aktennummer des Antragstellers angeben, um schnell einen neuen Termin zu erhalten. Diese Haltung unterstreicht Belgiens Entschlossenheit, weitere Rückstände in einem ohnehin durch fast rekordverdächtige Antragszahlen und den anhaltenden Mangel an Aufnahmeplätzen belasteten Schutzsystem zu vermeiden. Anfang des Jahres hatte die Regierung eine Notfallfinanzierung bewilligt, um 120 zusätzliche Sachbearbeiter einzustellen, nachdem die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten die Marke von zehn Monaten überschritten hatten. Ab dem 12. Juni wird das CGRS zudem neue Regeln des EU-Asyl- und Migrationspakts einführen, darunter die verpflichtende Audioaufzeichnung der Anhörungen und eine erweiterte Nutzung beschleunigter Verfahren. Die Durchführung der Anhörungen am 12. Mai verhindert somit einen Engpass in letzter Minute in einer sensiblen Phase des regulatorischen Übergangs. Teams für Unternehmensmobilität sollten beachten, dass Angehörige hochqualifizierter Fachkräfte manchmal zunächst über das Asylverfahren nach Belgien einreisen, bevor sie auf den Familiennachzug umsteigen. Ein Fehlen am 12. Mai ohne rechtzeitige Benachrichtigung könnte daher die anschließenden Aufenthaltsformalitäten und damit auch die Onboarding-Termine für wichtige Talente verzögern.