
Der höchste Verwaltungsgerichtshof Spaniens hat die entscheidende Anhörung zur Aussetzung des königlichen Dekrets der Regierung Sánchez, das schätzungsweise 500.000 undokumentierten Migranten im Land Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse gewähren würde, auf den 22. Mai verschoben. Die Sitzung war ursprünglich für den 15. Mai angesetzt, doch das Gericht nannte in einer kurzen Mitteilung „dienstliche Erfordernisse“ als Grund für die Terminverschiebung. Fünf Kläger – die Comunidad de Madrid, die rechtsextreme Partei Vox und drei konservative Verbände – fordern einstweilige Maßnahmen, die die Regularisierung aussetzen sollen, bis die Rechtmäßigkeit des Dekrets geklärt ist. Die Staatsanwaltschaft (Abogacía del Estado) vertritt hingegen die gegenteilige Auffassung. In schriftlichen Stellungnahmen betont die Regierung, dass eine Aussetzung „dem öffentlichen Interesse ernsthaft schaden“ würde, da die Begünstigten bereits öffentliche Dienstleistungen nutzen und nach der Formalisierung ihres Status Sozialversicherungsbeiträge zahlen würden. Zudem müsse jeder Antragsteller nachweisen, dass er vor dem 1. Januar 2026 in Spanien war, womit Vorwürfe eines „Anziehungseffekts“ entkräftet würden. Die Verzögerung hält Arbeitgeber, Vermittler und betroffene Arbeitnehmer in Unsicherheit. Unternehmen, die planen, bisher illegale Beschäftigte in reguläre Arbeitsverhältnisse zu überführen, können dies erst tun, wenn die Zukunft des Dekrets geklärt ist. Migrationsanwälte berichten, dass einige Klienten Jobangebote oder Mietverträge zurückhalten, bis das Gericht entscheidet. Sollte der Antrag auf Aussetzung abgelehnt werden, bleibt bis zur Antragsfrist am 30. Juni kaum mehr als ein Monat für die Einreichungen, was die ohnehin überlasteten Ausländerbehörden Spaniens zusätzlich belastet. Die Verschiebung erschwert auch die regionale Umsetzung. Fernando Beltrán, Zentralregierungsbeauftragter in Aragón, erklärte am 12. Mai gegenüber NGOs, dass der Prozess ein „Fortschritt“ sei, der nicht durch Fehlinformationen untergraben werden dürfe. Regionale Behörden können jedoch weder Personal noch Budget erhöhen, solange unklar ist, ob das Dekret den Rechtsstreit übersteht. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Notfallpläne sind unerlässlich. Personalabteilungen sollten die Dokumentation jetzt vorbereiten, aber bereit sein, die Anträge nach dem 22. Mai zu beschleunigen oder zurückzustellen. Arbeitgeber mit großen Schattenarbeitskräften riskieren Bußgelder, wenn sie Migranten ohne Genehmigung weiter beschäftigen. Daher erarbeiten viele parallel Pläne, um berechtigte Arbeitnehmer gegebenenfalls in andere Aufenthaltskategorien zu überführen, falls die Massenregularisierung ins Stocken gerät.
Quelle: Europa Press / El País
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