
Am 14. Mai bestätigte die Corriere della Sera eine Welle von Verkehrsstreiks, die Italien in den kommenden Tagen treffen wird. Der öffentliche Verkehrsbetrieb Mailands, ATM, wird am Freitag, den 15. Mai, zwischen 08:45 und 15:00 Uhr den Betrieb von U-Bahn, Straßenbahn und Bussen einstellen. Nach Verhandlungen mit der Präfektur wurde jedoch vereinbart, die Abenddienste für das Live-Konzert von Radio Italia auf der Piazza Duomo aufrechtzuerhalten. Größere Störungen drohen am Montag, den 18. Mai, wenn die Unione Sindacale di Base (USB) zu einem 24-stündigen Generalstreik aufruft, der den Nahverkehr, den Schienenverkehr und mehrere öffentliche Dienstleistungsbereiche betrifft. Trenitalia, Trenord und Italo haben bereits vor Ausfällen ab 21:00 Uhr am Sonntag, den 17. Mai, bis 21:00 Uhr am Montag gewarnt. Fernverkehrszüge, die als „essenziell“ eingestuft sind, werden fahren, doch Reisende können an Zwischenstationen aussteigen müssen, wenn die Ankunft nicht innerhalb einer Stunde nach Beginn des Streiks garantiert werden kann. Die städtischen Verkehrsnetze in Rom (ATAC) und anderen Großstädten werden ihre Mindestfahrpläne zeitnah veröffentlichen. Für Geschäftsreisende und Mobilitätsmanager ist das Timing ungünstig: Mitte Mai ist Hochsaison für Messen in Mailand und der Touristenansturm vor dem Pfingstwochenende steigt. Unternehmen sollten Tagesmeetings verschieben, auf Videokonferenzen umsteigen oder Hotelzimmer in fußläufiger Nähe zu den Veranstaltungsorten buchen. Flugreisende mit Bahnanschlüssen sollten längere Umsteigezeiten einplanen oder Mietwagen in Betracht ziehen – wobei zu beachten ist, dass streikbedingter Verkehr die Autobahnen rund um Mailand, Bologna und Florenz verstopfen kann. Nach italienischem Recht müssen Streiks mindestens zehn Tage im Voraus angekündigt und garantierte Zeitfenster eingehalten werden, dennoch sind kurzfristige Fahrplanänderungen üblich. Reisende wird empfohlen, die Apps der Betreiber, Social-Media-Kanäle und den Streik-Kalender des Infrastrukturministeriums im Auge zu behalten. Arbeitgeber, die Mitarbeiter entsenden, sollten sie darauf hinweisen, dass die Taxinachfrage stark ansteigen und Fahrdienstanbieter mit erhöhten Preisen reagieren werden. Obwohl der Arbeitskampf nicht mit Migrationsthemen zusammenhängt, zeigt er, wie inländische Arbeitskonflikte das Mobilitätssystem Italiens durchdringen können – von Flughafenbahnanbindungen bis hin zur Ausstellung von Codice-Fiscale-Nummern bei Schließung öffentlicher Ämter. Eine vorausschauende Planung jetzt verhindert kostspielige Verzögerungen in der kommenden Woche.
Quelle: Corriere della Sera