
Australiens zwei große politische Lager haben während der Haushaltswoche mit Versprechen um sich geworfen, die Nettozuwanderung drastisch zu senken – doch Führungskräfte im Hochschulbereich warnen, dass diese Rhetorik ein Milliardenloch in die Universitätsfinanzen reißen könnte. Times Higher Education berichtete am 16. Mai 2026 über Befürchtungen der Branche, dass sowohl die Labor-Partei als auch die Koalition internationale Studierende als „leichte Beute“ in der Wohnungsdebatte sehen. Die Haushaltsunterlagen des Finanzministeriums prognostizieren bereits einen Rückgang der Nettozuwanderung von 325.000 im Jahr 2024/25 auf 245.000 im Jahr 2026/27, vor allem durch strengere Maßnahmen zur Visa-Integrität und eine Ablehnungsquote, die im März 40 Prozent erreichte. Oppositionsführer Angus Taylor geht noch weiter und verspricht „einen der größten Einschnitte der Geschichte“ mit einer Obergrenze, die die Migration an die jährlichen Wohnungsfertigstellungen – etwa 170.000 Häuser – koppelt. Universities Australia schätzt, dass ein Rückgang der Nettozuwanderung um 40 Prozent 70.000 weniger internationale Einschreibungen bedeuten würde, was mehr als 5 Milliarden australische Dollar an Studiengebühren jährlich kosten und die Existenz regionaler Campus gefährden würde. Die öffentlichen Universitäten in Victoria erzielen inzwischen 34 Prozent ihrer Einnahmen aus internationalen Studierenden, ein Anstieg um zwei Prozentpunkte im Jahresvergleich, was ihre Abhängigkeit von globaler Mobilität unterstreicht. Branchenverbände berichten, dass Migrationsschocks seit 2023 bereits zu Einschreibungsvolatilität geführt haben, was Hochschulen dazu zwang, Investitionsprojekte zu verschieben und die Einstellung von Forschenden einzufrieren. Sie fordern von der Regierung einen mehrjährigen Rahmen für Studentenvisa und warnen, dass eine Politik mit Stop-and-Go-Effekten Bewerber nach Kanada und Großbritannien treiben wird, gerade in Zeiten, in denen diese Länder ihre Arbeitsrechte für Studierende lockern. Angesichts einer bundesweiten Überprüfung der Visa-Integrität im Juni und einer Wahl in zwei Jahren steht die Hochschullobby vor einem langwierigen Kampf, um den Zustrom globaler Talente offen zu halten.
Quelle: Times Higher Education
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