
Als greifbarstes Ergebnis des zweitägigen Staatsbesuchs von Präsident Wladimir Putin in Peking kündigte das chinesische Außenministerium am 21. Mai 2026 an, dass das 30-tägige einseitige visafreie Regime für russische Staatsbürger um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2027 verlängert wird. Die Befreiung – gültig für Inhaber regulärer Reisepässe, die zu Geschäfts-, Tourismus-, Familienbesuchen, Austauschprogrammen oder im Transit reisen – hätte Ende 2026 ausgelaufen. Dieser Schritt besiegelt die dramatische Erholung des bilateralen Reiseverkehrs seit der vollständigen Grenzöffnung im vergangenen Jahr. Laut Daten der Nationalen Einwanderungsbehörde (NIA) reisten zwischen Januar und April 2026 bereits 1,12 Millionen russische Besucher nach China – das entspricht 85 Prozent des Volumens im gleichen Zeitraum 2019. Die einst ruhenden Flugverbindungen zwischen Peking–Moskau und Harbin–Wladiwostok verzeichnen Auslastungen von über 90 Prozent, und China Railway Harbin hat auf der Strecke Suifenhe–Chabarowsk zusätzliche Sitzplätze mit weichen Polstern eingerichtet, um der Sommer-Spitzenachfrage gerecht zu werden. Für Unternehmen schafft die Verlängerung dringend benötigte Planungssicherheit. Große chinesische und russische Energie-, Bergbau- und Baukonzerne haben Tausende von Rotationsaufträgen wieder aufgenommen; grenzüberschreitende E-Commerce-Plattformen wie JD.coms RuMarket haben ihre Versprechen zur Lieferung am nächsten Tag wieder aufgenommen, die auf visafreien Kurierwechseln in Manzhouli basieren. Russische Universitäten melden unterdessen einen Anstieg chinesischer Austauschstudenten um 27 Prozent im Jahresvergleich, nachdem Wladimir Putin im vergangenen Monat eine gegenseitige Visafreiheit unterzeichnet hatte. Reiseverantwortliche sollten jedoch mit operativen Herausforderungen rechnen. Russische Reisende müssen weiterhin die Online-Gesundheitserklärung Chinas ausfüllen und ab dem 15. Juni biometrische Gesichtsscans über die App „China Immigration“ vor der Ankunft hochladen. Unternehmen wird zudem geraten, mögliche Kapazitätsengpässe rund um die Golden Week vom 1. bis 10. Oktober einzuplanen, wenn der touristische Austausch zwischen China und Russland traditionell seinen Höhepunkt erreicht. Strategisch unterstreicht die Entscheidung Pekings Schwerpunkt auf den zwischenmenschlichen Austausch im Rahmen der umfassenderen „Nordost-Wirtschaftsgürtel“-Vision. Durch die Vertiefung der Arbeitsmobilitätskanäle mit Russland hoffen die politischen Entscheidungsträger, den gemeinsamen Schiffbau in Primorje zu beschleunigen, die grenzüberschreitende Erdgasverarbeitung in Heilongjiang auszubauen und einen Wintersport-Tourismuszirkel im Vorfeld der Bewerbung für die Winterspiele 2030 in Harbin zu etablieren.
Quelle: Xinhua / english.gov.cn
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