
In einer am 17. Mai aktualisierten Richtlinie bestätigte China erneut, dass sein einseitiges 30-tägiges visafreies Einreiseprogramm – erstmals Anfang 2024 eingeführt – für Staatsangehörige von 50 Ländern mindestens bis zum 31. Dezember 2026 in Kraft bleibt. Das online veröffentlichte Bulletin, herausgegeben vom regionalen Reiseinformationsdienst Indoneo und anschließend mit Erklärungen des chinesischen Außenministeriums abgeglichen, gibt Unternehmen die Sicherheit, dass der Verzicht auf Visa die gesamte zweijährige Projektlaufzeit abdeckt, für die viele multinationale Konzerne derzeit planen. Die Liste umfasst alle EU- und Schengen-Staaten, das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Kanada, Australien, Neuseeland sowie die meisten Länder Lateinamerikas, neben bereits bekannten asiatischen Partnern wie Malaysia, Singapur und Thailand. Reisende dürfen visafrei für Geschäftsbesprechungen, Marktbesuche, Familienreisen, Austauschprogramme oder Transit einreisen und sich pro Besuch bis zu 30 Tage aufhalten; Mehrfacheinreisen sind erlaubt, sofern der Reisende zwischen den Aufenthalten China verlässt. Für europäische und nordamerikanische Unternehmen, die persönliche Lieferkettenprüfungen und F&E-Kooperationen in China wieder aufnehmen, ist diese Planungssicherheit von großer Bedeutung. Vor dem Pilotprojekt mussten Führungskräfte aus dem Schengen-Raum mit Vorlaufzeiten von 5 bis 15 Arbeitstagen für ein „M-Visum“ rechnen, was Just-in-time-Problemlösungen in Werken erschwerte. Zollagenten in Shenzhen und Chongqing berichteten Indoneo, dass sie Pufferzeiten von einer Woche bei der Produktionslinieninstallation gestrichen haben, da Ingenieure nun „am nächsten Tag ins Flugzeug steigen können“. Daten der Fluggesellschaften unterstreichen die wirtschaftliche Wirkung: Lufthansa meldet für die Strecke Frankfurt–Shanghai bereits eine Auslastung von 92 %, während Air France für die Juli–August-Spitzenzeit einen vierten wöchentlichen Flug Paris–Peking eingeführt hat. Branchenverbände wie die Europäische Handelskammer in China setzen sich dafür ein, den Pilotversuch in eine mehrjährige, mehrfach nutzbare Geschäftsvisa-Ausnahme umzuwandeln, ähnlich der APEC Business Travel Card Singapurs. Unternehmen sollten ihre Reisegenehmigungsprozesse anpassen: Mitarbeiter, die visafrei einreisen dürfen, benötigen keine Einladungsschreiben oder Termine im Konsularsystem mehr, doch Mobilitätsmanager müssen weiterhin jede Reise erfassen, um die 30-Tage-Grenze zu überwachen und sicherzustellen, dass Reisende innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft ihre Unterkunft gemäß dem chinesischen Ausreise- und Einreisegesetz registrieren. Die Strafen für Nichtregistrierung wurden in einigen Großstädten auf bis zu 2.000 CNY pro Person erhöht.
Quelle: Indoneo
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