
Bei einer Einweihungsfeier für den neuen US-Botschafts-Support-Anbau in Neu-Delhi am 23. Mai kündigte Außenminister Marco Rubio an, dass US-Konsulate weltweit ab nächsten Monat eine KI-gestützte Terminplanungsplattform einführen werden – unter dem Namen „America First Visa Tool“ – beginnend mit Indien. Die Plattform analysiert Daten zu Konsulats-Terminen, Bewerberdemografie und bilateralen Handelskennzahlen, um Reisenden, deren Reisen laut Algorithmus vorrangig US-Wirtschafts- oder Sicherheitsinteressen stärken, frühere Interviewtermine zuzuweisen. Konkret bedeutet das, dass Führungskräfte, die Investitionsabschlüsse tätigen, Ingenieure, die US-Geräte installieren, oder Forscher, die an staatlich geförderten Projekten zusammenarbeiten, bevorzugt behandelt werden und so Warteschlangen überspringen können. Indien wurde für den Pilotversuch ausgewählt, da in letzter Zeit Investitionen in Höhe von geschätzten 20 Milliarden US-Dollar in beide Richtungen angekündigt wurden und die Wartezeiten für B-1/B-2- und H-1B-Visa an stark frequentierten Standorten wie Mumbai oft noch über 100 Tage betragen. Konsularbeamte behalten die endgültige Entscheidungsbefugnis, doch das Tool sortiert die Tagespläne vor, sodass Reisende mit hoher Priorität zuerst Termine sehen. Das Außenministerium betont, dass das Modell Schutzmechanismen gegen Diskriminierung aufgrund von Nationalität oder Geschlecht enthält und vierteljährlich Transparenzberichte veröffentlicht werden. Für US-Multis könnte die Neuerung Wochen bei Projektstarts einsparen, die auf die Einreise indischer Partner in die USA angewiesen sind, während indische Unternehmen, die in US-Standorte investieren, Standortentscheidungen leichter genehmigen könnten. Freizeitreisende müssen hingegen mit leicht längeren Wartezeiten rechnen, da Geschäftstermine bevorzugt behandelt werden. Einwanderungsanwälte raten Firmenmobilitätsmanagern, die geschäftliche Begründung jeder Reise – etwa Bestellungen, Konferenzeinladungen oder Investitionsunterlagen – zu dokumentieren, damit Mitarbeiter die Nachweise direkt im neuen Portal hochladen können, sobald es live geht. Obwohl unter dem Motto „America First“ präsentiert, gaben Beamte an, dass die zugrundeliegende Optimierungssoftware noch vor Ende des Haushaltsjahres auch in anderen stark nachgefragten Konsulaten wie Mexiko-Stadt und São Paulo eingeführt wird – ein potenziell bahnbrechendes Upgrade für ein Visum-Terminvergabesystem, das lange wegen Intransparenz und ineffizienter „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Regel kritisiert wurde.
Quelle: NDTV
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