
Die Feierlichkeiten zum dramatischen Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain verwandelten sich in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 2026 schnell in eine groß angelegte Sicherheitsoperation. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, landesweit seien 780 Personen festgenommen worden, davon 457 in Polizeigewahrsam, nachdem Fangruppen Bengalos entzündet, Feuerwerkskörper gezündet und versucht hatten, den Périphérique-Ring um die Hauptstadt zu blockieren. Allein in Paris wurden 283 Festnahmen verzeichnet. Die Polizei schloss vorsorglich mehrere Métro-Stationen (darunter George V, Argentine und Bir-Hakeim), stellte Straßenbahnlinien in der Nähe der Fan-Zone am Parc des Princes ein und leitete Dutzende Nachtbuslinien um. Auf den Champs-Élysées wurden temporäre Absperrungen errichtet, nachdem Ladenbesitzer ihre Schaufenster bereits Stunden vor dem Anpfiff in Budapest verbarrikadiert hatten. Laut dem Verkehrsunternehmen RATP normalisierte sich der Betrieb erst nach 4:30 Uhr, Verzögerungen zogen sich jedoch bis in den Sonntagmorgen hinein. Für Geschäftsreisende und Expats unterstreichen die Unruhen die Bedeutung, große Sportereignisse in Duty-of-Care-Programme einzubeziehen. Die Reise-Risikoberater iJet und Riskline erhöhten das Bedrohungsniveau für Paris für den 24-Stunden-Zeitraum auf „mittel-plus“ und rieten Führungskräften, Menschenansammlungen rund um den Trocadéro und den Eiffelturm zu meiden, wo für heute Nachmittag die Siegesparade der Mannschaft geplant ist. Eurostar forderte die Passagiere auf, 45 Minuten früher am Gare du Nord zu erscheinen, da verstärkte Gepäckkontrollen erwartet werden. Obwohl die Unruhen die französischen Grenzen nicht überschritten, wurden die Polizeikräfte an den wichtigsten Schengen-Eingangspunkten stillschweigend verstärkt, um Hooligan-Gruppen auf dem Rückweg aus dem Ausland abzufangen. Das Innenministerium betont, die Lage sei „unter Kontrolle“, doch eine anhaltende Polizeipräsenz – allein in Paris 8.000 Beamte – bleibt bis Montagmorgen bestehen. Reisende, die durch die Hauptstadt unterwegs sind, sollten daher mit sporadischen Straßensperrungen rechnen, insbesondere rund um den Präsidentenpalast Élysée, wo die Mannschaft heute Abend empfangen wird.
Quelle: The Local / Anadolu Agency