
Tausende irische Reisende erlebten am 2. Juni kurzfristige Störungen, nachdem ein plötzlicher „wilder“ Streik der belgischen Flugsicherungsagentur Skeyes Ryanair zwang, rund 100 Flüge von und nach Brüssel Zaventem und Charleroi zu streichen. Die irische Fluggesellschaft gab an, dass fast 20.000 Passagiere betroffen waren, darunter Urlauber, die von Dublin, Cork und Shannon abflogen, sowie Geschäftsreisende mit Rückflügen am selben Tag. Ryanair-Chef Michael O’Leary verurteilte den Streik als „illegal“ und erneuerte seine Forderung an die Europäische Kommission, Mindestdienstleistungen einzuführen, die Überflugrouten während Arbeitskämpfen schützen sollen. Die Airline betonte, keinerlei Vorwarnung erhalten zu haben, was die Planungsteams zwang, schnell Ersatzlösungen zu finden oder Rückerstattungen gemäß EU261-Regelungen auszustellen. Andere irische Fluggesellschaften, darunter Aer Lingus Regional, leiteten Flüge über Amsterdam und Paris um, was zu Verzögerungen bei den transatlantischen Abflügen am Abend in Dublin führte. Geschäftsreisemanager warnten, dass der Zeitpunkt – zeitgleich mit Quartalsabschluss-Meetings in der Benelux-Region – erhebliche Projektkosten verursachen könnte. Viele Unternehmen aktivierten Notfallpläne und buchten Eurostar-Verbindungen ab London oder setzten auf virtuelle Meetings. Logistikunternehmen berichteten, dass dringende Frachtlieferungen nach Luxemburg und Köln umgeleitet wurden, was die Transitzeit für hochwertige medizinische und technische Komponenten zu irischen Produktionsstätten um bis zu 24 Stunden verlängerte. Der Streik, der von 14:00 bis 21:00 Uhr Ortszeit dauerte, stoppte alle Starts und Landungen im belgischen Luftraum und zeigte, wie Arbeitskämpfe in Drittstaaten schnell Irlands Anbindung beeinträchtigen können. Der Flughafen Dublin rief Passagiere mit Anschlussflügen über Brüssel dazu auf, ihre Reisepläne erneut zu prüfen, während Reise-Risikoberater Unternehmen empfahlen, in Europas arbeitsintensiver Sommersaison zusätzliche Puffer in ihre Reisepläne einzubauen. Obwohl der Betrieb über Nacht wieder aufgenommen wurde, kündigte Ryanair an, dass am 3. Juni ein eingeschränkter Flugplan gilt, während Flugzeuge und Crews neu positioniert werden. Die Airline bekräftigte ihre Forderung, der EU zu erlauben, während Streiks andere Flugsicherungsanbieter für den belgischen Luftraum einzusetzen – ein Vorschlag, der auf starken Widerstand der Gewerkschaften stoßen dürfte, den Branchenverbände wie Airlines for Europe (A4E) jedoch als unverzichtbar für den Schutz des europäischen Binnenmarkts im Luftverkehr ansehen.
Quelle: Ryanair Corporate
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