
Nach einer vierjährigen Pilotphase hat die Regierung Albanese das Community Refugee Integration and Settlement Program (CRISP) als festen Bestandteil der humanitären Aufnahme Australiens etabliert. Im Rahmen von CRISP werden Flüchtlinge, die das UNHCR-Screening bestanden haben, mit Freiwilligengruppen zusammengebracht, die Unterkunft, Orientierung und Unterstützung bei der Arbeitssuche in verschiedenen Regionen des Landes organisieren. Bisher wurden fast 1.000 Menschen neu angesiedelt. Eine unabhängige Studie der University of Queensland, die am Freitag veröffentlicht wurde, zeigt, dass 92 % der Teilnehmer bereits innerhalb von zehn Monaten eine langfristige Unterkunft gefunden haben, 43 % eine Arbeit aufgenommen und 97 % Englischkurse besuchen. In ländlichen Gebieten sind die Arbeitsmarktergebnisse sogar noch besser: 64 % der Neuankömmlinge fanden im ersten Jahr eine Beschäftigung, wodurch Fachkräftelücken in den Bereichen Gesundheit, Gastgewerbe und Landwirtschaft geschlossen werden konnten. Der stellvertretende Minister für Staatsbürgerschaft, Zoll und multikulturelle Angelegenheiten, Julian Hill, betonte, dass CRISP „die soziale Kohäsion in einer kritischen Zeit stärkt“ und durch direkten Kontakt zwischen Australiern und Neuankömmlingen der anti-migrantischen Rhetorik entgegenwirkt. Das Programm wird künftig neben dem staatlich geführten Humanitarian Settlement Program bestehen, jedoch von der gemeinnützigen Organisation Community Refugee Sponsorship Australia umgesetzt, mit einem Ziel von 1.500 Plätzen pro Jahr. Für Arbeitgeber bietet CRISP eine Pipeline an arbeitsbereiten Talenten, deren Visa bereits uneingeschränkte Arbeitsrechte gewähren. Mobilitäts- und Personalabteilungen sollten neue regionale Zentren im Blick behalten, da staatliche Nominierungsprogramme voraussichtlich CRISP-Teilnehmern Priorität bei Ausbildungsplätzen und letztlich bei Fachkräftezuwanderungswegen einräumen werden. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund hitziger politischer Debatten über die Gesamtmigrationszahlen. Indem humanitäre Plätze vor Kürzungen geschützt und ein Teil der Kosten auf Gemeinschaftsgruppen verlagert wird, hofft die Labor-Regierung, den Druck auf Wohnraum und Infrastruktur zu verringern und gleichzeitig internationale Schutzverpflichtungen zu erfüllen.
Quelle: The Guardian