
Die Migrationsberatung Visaology berichtet, dass Canberra die Zulassungskriterien für arbeitgebergesponserte und unabhängige Fachkräftevisa verschärft – und zwar im Vorfeld der Indexanpassung der Core Skills Income Threshold (CSIT) und Specialist Skills Income Threshold (SSIT) zum 1. Juli 2026. Ab nächsten Monat steigt die CSIT auf 73.150 AUD und die SSIT auf 118.900 AUD, basierend auf den durchschnittlichen wöchentlichen Bruttoverdiensten. Vertreter des Innenministeriums informierten Stakeholder bei einem Briefing am 12. Juni, dass die Politik darauf abzielt, die Aufnahme auf wirklich wertvolle Fachkräfte zu konzentrieren, Ausbeutung in Niedriglohnsektoren zu reduzieren und das dauerhafte Programm an Produktivitätszielen auszurichten. Berufe mit Gehältern unterhalb der neuen CSIT müssen strengere Arbeitsmarktprüfungen durchlaufen und könnten auf staatlich nominierte oder regionale Programme umgeleitet werden. Arbeitgeber müssen nachweisen, dass das nominierte Gehalt sowohl die neue Schwelle als auch den australischen Marktstandard erfüllt. Andernfalls drohen Ablehnungen der Nominierung und bei bestehenden Visa eine Überwachung sowie mögliche Stornierung im Rahmen des Fair Work Compliance Frameworks. Personalabteilungen wird empfohlen, alle laufenden Nominierungen zu überprüfen, Gehaltspakete wo möglich anzupassen und Anträge vor dem 30. Juni einzureichen, falls die Gehälter unter dem neuen Mindestwert liegen. Die Änderungen betreffen auch unabhängige Migranten: Im SkillSelect-Ranking werden höhere Gehälter und Englischkenntnisse stärker gewichtet, während Expressions of Interest (EOI), die älter als zwei Jahre sind, gelöscht werden, um den Rückstau zu verringern. Bewerber sollten ihre EOIs mit aktuellen Beschäftigungsnachweisen und Gehaltsdokumenten vor der nächsten Einladung neu erstellen. Für Führungskräfte im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Australien setzt künftig auf Qualität statt Quantität. Strategische Personalplanung, Gehaltsbenchmarking und frühzeitige Nominierungsprozesse werden entscheidend sein, um Talente im Geschäftsjahr 2026/27 zu sichern.
Quelle: Visaology