
Ein sich rasch vertiefendes Tiefdruckgebiet – von Meteorologen als ein „Ereignis, das nur alle fünf Jahre auftritt“ beschrieben – fegte am Sonntag, den 31. Mai, über Westaustralien hinweg und brachte Windböen von über 120 km/h, sintflutartige Regenfälle und weitreichende Stromausfälle mit sich. Der Flughafen Perth riet Reisenden, vor der Abreise den Flugstatus zu überprüfen, nachdem eine Reihe von Frühflügen gestrichen oder verspätet waren; besonders betroffen waren regionale Verbindungen nach Busselton und Albany. Das Bureau of Meteorology gab Sturmwarnungen für die Küstengewässer von Two Rocks bis Walpole heraus und verlängerte die Sturmflutwarnungen für Dienstag, wobei Wellenhöhen von über acht Metern erwartet werden. Logistikunternehmen setzten den Fernverkehr auf Abschnitten der Great Northern und Forrest Highways aus, während die Mid West Ports Authority den Hafen von Geraldton bis zum Abklingen der Brandung schloss. Reiseversicherer aktivierten ihre Naturkatastrophen-Klauseln, die Geschäftsreisenden erlauben, zusätzliche Unterkunfts- oder Umleitungskosten geltend zu machen. Tausende Haushalte in Perth, Mandurah und Margaret River waren über Nacht ohne Strom, nachdem herabfallende Äste Stromleitungen beschädigt hatten. Western Power warnte, dass Reparaturen in abgelegenen Gebieten mehrere Tage dauern könnten, was die Kühlketten für medizinische und Lebensmitteltransporte erschwert. Die Fluggesellschaften Qantas und Virgin Australia gewährten gebührenfreie Umbuchungen für Flüge von und nach Perth bis zum 2. Juni und verwiesen auf „betriebliche Auswirkungen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen“. Für Unternehmen, die Personal oder Fracht durch Westaustralien transportieren, lautet die praktische Empfehlung, mindestens 24 Stunden Pufferzeit einzuplanen, die Verfügbarkeit von Hotels vor der Neubuchung zu prüfen und aktualisierte Warnungen für Küstenschifffahrten zu beobachten. Bergbauunternehmen in der Pilbara stationieren zusätzliche Charterflüge in Learmonth, um die Fly-in-Fly-out-Dienste bei besserem Wetter abzusichern. Erste Schätzungen des Insurance Council gehen von versicherten Schäden in Höhe von über 75 Millionen AU$ aus, wobei diese Summe steigen dürfte, falls die Hafenschließungen bis in die Arbeitswoche andauern. Die staatlichen Notfalldienste erwarten, dass das Schlimmste des Wetters bis Dienstag vorüber ist, warnen jedoch vor der Gefahr umstürzender Bäume und plötzlicher Überschwemmungen aufgrund des gesättigten Bodens. Reisende sollten lokale Straßensperrungen beachten, den Tank mindestens halbvoll halten für mögliche Umleitungen und tragbare Akkus mitführen, da die Mobilfunknetze während der stärksten Windböen zeitweise ausfielen.
Quelle: ABC News / The Guardian