
Eine separate Reuters-Analyse, die am 12. Juni veröffentlicht wurde, zeichnet ein gemischtes Bild zur Einsatzbereitschaft am ersten Tag des Inkrafttretens des Migrationspakts. Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Paket als „fair und entschlossen“ lobte, zitiert der Bericht die Mitte-Links-Europaabgeordnete Birgit Sippel mit der Aussage, dass „fast kein Mitgliedstaat zu 100 Prozent bereit ist“. Belgische Behörden stimmen dem privat zu und verweisen auf ungeklärte Fragen zur Unterbringungskapazität, sobald der Solidaritäts- und Umsiedlungsmechanismus aktiviert wird. Der Artikel hebt hervor, dass Belgien stark auf digitale Fallmanagement-Tools setzt, um die engen Fristen des Pakts einzuhalten, jedoch die Interoperabilitätstests zwischen der neuen nationalen Asylplattform und Eurodac 2.0 noch nicht abgeschlossen sind. Bis die Schnittstelle zertifiziert ist, müssen die Mitarbeiter Daten doppelt erfassen, was das Risiko von Fehlern erhöht. Für multinationale Arbeitgeber ist die Botschaft klar: Die ersten Wochen des neuen Systems werden administrativ holprig verlaufen. Rechtsexperten empfehlen Unternehmen, Kopien aller Einreichungsbelege aufzubewahren und, wenn möglich, Arbeitserlaubnisverlängerungen mindestens 45 Tage vor Ablauf einzureichen, um unerwartete Systemverzögerungen abzufedern. Reiseleiter sollten zudem Vielflieger darauf hinweisen, dass sekundäre Kontrollen zunehmen könnten, während Grenzbeamte sich mit den neuen Prüfverfahren vertraut machen.
Quelle: Reuters
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