
Der Billigflieger-Riese Ryanair warnte am 12. Juni, dass er in diesem Winter fünf Boeing 737 von seiner Basis Brüssel Süd Charleroi abziehen wird, falls Belgien die Passagierflugsteuer auf 22 € verdoppelt. CEO Michael O’Leary bezeichnete die Maßnahme in Dublin als „anti-touristisch und gegen regionale Arbeitsplätze“ und betonte, dass die Airline jährlich neun Millionen Passagiere über Charleroi befördert. Der Verlust von fünf Flugzeugen würde die Sitzplatzkapazität in Charleroi um etwa 20 % reduzieren, direkte Verbindungen zu 35 EU-Städten gefährden und Walloniens Bemühungen, Investitionen in den südlichen Provinzen anzuziehen, untergraben. Der Flughafenbetreiber BSCA schätzt, dass jedes stationierte Flugzeug 30 Arbeitsplätze vor Ort und bis zu 750 indirekte Stellen in Gastronomie und Logistik sichert. Für Mobilitätsmanager könnten reduzierte Flugfrequenzen und höhere Ticketpreise Reisende auf den bereits überlasteten Flughafen Brüssel oder auf die Bahn drängen – während die Frachtkapazitäten im Bauchraum der Flugzeuge in Charleroi schrumpfen würden. O’Leary deutete an, dass Ryanair die Flugzeuge nach Polen oder Italien verlegen könnte, wo die Regierungen die Steuern eingefroren haben, um die Konnektivität zu fördern. Das belgische Bundeskabinett erklärt, die Steuererhöhung sei Teil des grünen Übergangsplans und weist darauf hin, dass Ryanair in anderen Ländern ähnliche Drohungen ausgesprochen habe. Die Gespräche laufen weiter, doch Unternehmen mit hohem innergemeinschaftlichem Reiseaufkommen sollten für ihre Budgets 2027 mit höheren Kosten oder längeren Reisezeiten rechnen.
Quelle: The Brussels Times
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