
Eine neue Ära für das europäische – und belgische – Migrationsmanagement begann um Mitternacht am 12. Juni 2026, als der lang verhandelte Pakt der Europäischen Union zu Migration und Asyl in Kraft trat. Für Belgien, das jährlich mehr als 35.000 Asylanträge bearbeitet, bringt das Paket aus zehn Gesetzen sofortige Veränderungen am Flughafen Brüssel, im Hafen von Antwerpen und in allen bundesstaatlichen Aufnahmezentren mit sich. Die neuen Regeln führen eine verpflichtende Sicherheitsüberprüfung und biometrische Registrierung aller irregulären Ankünfte innerhalb von sieben Tagen ein, basierend auf einer überarbeiteten Eurodac-Datenbank und einem standardisierten Grenzverfahren, das auch in Transitbereichen durchgeführt werden kann.
Das belgische Einwanderungsamt (DVZ/IBZ) hat im vergangenen Jahr 360 zusätzliche Sachbearbeiter eingestellt und die Screening-Einrichtung in Steenokkerzeel erweitert, um den Anforderungen gerecht zu werden, doch die Behörden geben zu, dass die vollständige Einsatzbereitschaft „ein fortlaufender Prozess“ ist. Unternehmen, die auf innerbetriebliche Versetzungen oder humanitäre Visa angewiesen sind, sehen sich mit strengeren Fristen konfrontiert: Erreicht Belgien seine jährliche Quote im neuen EU-„Solidaritätspool“, muss es entweder in einen gemeinsamen Fonds einzahlen oder Antragsteller in weniger belastete Mitgliedstaaten umverteilen. Arbeitgeber stehen somit vor größerer Unsicherheit, wann ein Transfer tatsächlich in Belgien ankommt.
Positiv ist, dass der Pakt das alte „Dublin“-System mit seinem nahezu permanenten Rückstau durch ein festes viermonatiges Entscheidungsfenster ersetzt und die EU-weite Unterstützung für freiwillige Rückführungen verstärkt. Befürworter der Reform in der belgischen Wirtschaft erwarten eine schnellere Bearbeitung von Schlüsselarbeitsgenehmigungen und weniger sekundäre Bewegungen, die Unternehmen zu erneuten Anträgen zwingen. Die Regierung hat zudem zugesagt, humanitäre Korridore für afghanische und ukrainische Staatsangehörige mit dem neuen Patenschaftsmechanismus des Pakts aufrechtzuerhalten.
Menschenrechtsorganisationen bleiben jedoch skeptisch. Vluchtelingenwerk Vlaanderen warnt, dass beschleunigte Grenzverfahren gefährden, dass verletzliche Familien in geschlossenen Einrichtungen nahe Zeebrügge festgehalten werden. Die Europäische Kommission betont, dass die Überwachung der Grundrechte durch Frontex und nationale Ombudsstellen – sowie Belgiens eigener Conseil du Contentieux des Étrangers – Schutzmechanismen gewährleisten werden. Ob der Pakt Kontrolle und Mitgefühl gleichermaßen erfüllt, wird die belgischen Arbeitsmärkte und die politische Debatte in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.
Das belgische Einwanderungsamt (DVZ/IBZ) hat im vergangenen Jahr 360 zusätzliche Sachbearbeiter eingestellt und die Screening-Einrichtung in Steenokkerzeel erweitert, um den Anforderungen gerecht zu werden, doch die Behörden geben zu, dass die vollständige Einsatzbereitschaft „ein fortlaufender Prozess“ ist. Unternehmen, die auf innerbetriebliche Versetzungen oder humanitäre Visa angewiesen sind, sehen sich mit strengeren Fristen konfrontiert: Erreicht Belgien seine jährliche Quote im neuen EU-„Solidaritätspool“, muss es entweder in einen gemeinsamen Fonds einzahlen oder Antragsteller in weniger belastete Mitgliedstaaten umverteilen. Arbeitgeber stehen somit vor größerer Unsicherheit, wann ein Transfer tatsächlich in Belgien ankommt.
Positiv ist, dass der Pakt das alte „Dublin“-System mit seinem nahezu permanenten Rückstau durch ein festes viermonatiges Entscheidungsfenster ersetzt und die EU-weite Unterstützung für freiwillige Rückführungen verstärkt. Befürworter der Reform in der belgischen Wirtschaft erwarten eine schnellere Bearbeitung von Schlüsselarbeitsgenehmigungen und weniger sekundäre Bewegungen, die Unternehmen zu erneuten Anträgen zwingen. Die Regierung hat zudem zugesagt, humanitäre Korridore für afghanische und ukrainische Staatsangehörige mit dem neuen Patenschaftsmechanismus des Pakts aufrechtzuerhalten.
Menschenrechtsorganisationen bleiben jedoch skeptisch. Vluchtelingenwerk Vlaanderen warnt, dass beschleunigte Grenzverfahren gefährden, dass verletzliche Familien in geschlossenen Einrichtungen nahe Zeebrügge festgehalten werden. Die Europäische Kommission betont, dass die Überwachung der Grundrechte durch Frontex und nationale Ombudsstellen – sowie Belgiens eigener Conseil du Contentieux des Étrangers – Schutzmechanismen gewährleisten werden. Ob der Pakt Kontrolle und Mitgefühl gleichermaßen erfüllt, wird die belgischen Arbeitsmärkte und die politische Debatte in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.
Quelle: Associated Press
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