
Am 11. Juni unterzeichneten die Leiter der polnischen Nationalpolizei und der Grenzschutzbehörde eine Kooperationsvereinbarung zur Erfassung und Übermittlung von Fingerabdrücken, Gesichtsbildern und Dokumentenscans an die aufgerüstete Eurodac 2.0-Datenbank, die ab dem 12. Juni von allen EU-Staaten genutzt werden muss. Das Abkommen standardisiert den Workflow der Web-Benutzeroberfläche, weist dem Zentralen Forensischen Labor Qualitätskontrollaufgaben zu und setzt eine Reaktionszeit von 60 Minuten für Identifizierungstreffer fest. Eurodac 2.0 erweitert den Anwendungsbereich von Asylbewerbern auf Drittstaatsangehörige, die beim Überziehen ihres Aufenthalts oder bei irregulärer Einreise erfasst werden, sowie auf Verdächtige unbekannter Identität in schweren Kriminalfällen. Die polnischen Behörden werden daher biometrische Daten nicht nur an Grenzstellen, sondern auch bei Kontrollen im Inland wie Verkehrskontrollen oder Betriebsinspektionen erfassen. Für multinationale Arbeitgeber bedeutet dies vor allem, dass jeder Mitarbeiter ohne gültige Dokumente nun direkt vor Ort fingerabdruckgenommen werden kann, wobei die Daten automatisch mit EU-weiten Systemen abgeglichen werden. Eine Nichtübereinstimmung könnte in anderen Mitgliedstaaten Alarm auslösen und zukünftige Visaanträge beeinflussen. Unternehmen sollten ihre Datenschutzhinweise aktualisieren und Entsandte darauf hinweisen, dass die biometrische Erfassung gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Abkommen ebnet zudem den Weg für Flughafenkioske, die Reisende in weniger als zwei Minuten erfassen – ein Projekt, das vom EU-Innenfonds mitfinanziert wird. Die Flughafenbetreiber in Warschau und Krakau rechnen mit der Fertigstellung bis Oktober, danach müssen die Fluggesellschaften den neuen Prozess in ihre Bodenabfertigungs-Standards integrieren. Bürgerrechtsgruppen begrüßten die Transparenz bezüglich der Datenqualität, warnten jedoch vor einer schleichenden Ausweitung der Zugriffsrechte, falls diese später auf Steuer- oder Sozialbehörden ausgeweitet werden sollten. Das Innenministerium betont, dass die Nutzung auf Migrations- und öffentliche Sicherheitszwecke beschränkt bleibt.
Quelle: Policja.pl
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Polen.Mehr von Polen
Alle anzeigen
Innenministerium bestätigt: Polen wird weder Migranten aufnehmen noch für ihre Umsiedlung nach neuen EU-Regeln zahlen
Polen erhält 12-monatige Ausnahmeregelung vom EU-Migrationssolidaritätsmechanismus, während Abkommen in Kraft tritt