
In einer überraschenden Mitteilung, die am 13. Juni 2026 in der Canada Gazette veröffentlicht wurde, hat die Bundesregierung die weitreichenden Befugnisse aktiviert, die im März 2026 mit dem Gesetz zur Stärkung des kanadischen Einwanderungssystems und der Grenzkontrollen geschaffen wurden, um die öffentliche Gesundheit bei Krankheitsausbrüchen im Ausland zu schützen. Der Erlass des Ministerrats setzt sofort über 36.000 Einwanderungsdokumente aus – darunter temporäre Aufenthaltsvisa, Arbeits- und Studiengenehmigungen, Daueraufenthaltsvisa und eTAs – für ausländische Staatsangehörige, deren Wohnsitz in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder Südsudan liegt, außer Kraft. Die Aussetzung gilt auch für Antragsteller, die bereits eine Reisegenehmigung erhalten haben, aber noch nicht nach Kanada eingereist sind. Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) betont, dass diese Maßnahme vorübergehend ist: Sie trat am 27. Mai 2026 um 23:59:59 ET in Kraft und soll am 28. August 2026 auslaufen. Neue und laufende Anträge aus den betroffenen Ländern werden weiterhin bearbeitet, endgültige Entscheidungen werden jedoch erst nach Aufhebung des Erlasses getroffen. Personen, die sich bereits in Kanada aufhalten, behalten ihren legalen Status. Auslöser war eine Warnung der Weltgesundheitsorganisation vor einem steigenden Ebola-Risiko in Zentral- und Ostafrika. Ottawas Schritt spiegelt ähnliche Reisebeschränkungen wider, die die USA Ende Mai eingeführt haben, und ist das erste Mal, dass Kanada seine neue Befugnis nutzt, ganze Gruppen von Anträgen auszusetzen. Die Entscheidung verdeutlicht, wie schnell gesundheitliche Überlegungen Mobilitätsrechte überlagern können – ein Faktor, den multinationale Arbeitgeber nun bei der Planung von Auslandseinsätzen berücksichtigen müssen. Praktisch bedeutet dies, dass kanadische Unternehmen mit Mitarbeitenden aus den drei Ländern mit mindestens dreimonatigen Verzögerungen bei der Einstellung rechnen müssen und Optionen für Remote-Arbeit oder Einsätze in Drittstaaten prüfen sollten. Reisende, die durch die Region reisen, wird empfohlen, ihre Reisedokumente bereitzuhalten und sich auf medizinische Kontrollen bei der Ankunft einzustellen. Das IRCC erklärt, dass ausgesetzte Dokumente automatisch reaktiviert werden, sobald das Gesundheitsrisiko abnimmt, warnt jedoch, dass die Gültigkeitsdauer nicht verlängert wird; Arbeitgeber und Antragsteller sollten die Ablaufdaten daher genau im Auge behalten. Der weitreichende Umfang des Erlasses signalisiert, dass Ottawa bereit ist, schnell und umfassend zu handeln, sobald eine internationale Krise die nationale Gesundheitssicherheit bedroht. Globale Mobilitätsteams sollten ihre Notfallpläne überprüfen und sicherstellen, dass die Kommunikationswege mit betroffenen Mitarbeitenden offen bleiben, falls weitere Länder auf die Liste gesetzt werden.
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