
In einer am 14. Juni veröffentlichten Erklärung betonte das Innenministerium (MSWiA), dass Polen trotz des offiziellen Inkrafttretens des Migrationspakts keine Migranten aus anderen EU-Staaten aufnehmen werde. Der stellvertretende Minister Tomasz Szymański erklärte gegenüber dem regionalen Portal Lublin112, dass Warschau einen formellen Antrag auf vollständigen Ausstieg über die bereits gewährte einjährige Ausnahmeregelung hinaus gestellt habe. Das MSWiA argumentiert, dass Polens Unterstützung für ukrainische Kriegsflüchtlinge an vorderster Front sowie Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit irregulären Grenzübertritten an der weißrussischen Grenze eine umfassendere Ausnahme rechtfertigen. Das Ministerium warnte zudem, dass etwaige verpflichtende finanzielle Sanktionen wegen der Ablehnung von Umsiedlungen vor dem Europäischen Gerichtshof angefochten werden könnten. Der Tonfall ist deutlich härter als in anderen mitteleuropäischen Hauptstädten, was darauf hindeutet, dass polnische Entscheidungsträger innenpolitisch von der Ablehnung der verpflichtenden Solidarität profitieren wollen. Für internationale Unternehmen bedeutet die Rhetorik eine weiterhin stabile Bearbeitung von Aufenthaltstiteln, jedoch eine strengere Kontrolle bei Identitätsprüfungen und der Einhaltung des Arbeitsrechts für Drittstaatsangehörige. Personalabteilungen sollten mit verstärkten Arbeitsplatzkontrollen in Branchen wie Bau, Landwirtschaft und Logistik rechnen, in denen Schwarzarbeit verbreitet ist. Arbeitgeber werden geraten, ihre Arbeitserlaubnisunterlagen zu überprüfen und sicherzustellen, dass ausländische Mitarbeiter jederzeit einen Nachweis über ihren legalen Aufenthalt mit sich führen, um Bußgelder vor Ort zu vermeiden. Migrationsberater erwarten keine unmittelbaren Störungen an Flughäfen, warnen jedoch, dass Polens harte Haltung künftige EU-Förderungen für digitale Grenzprojekte beeinflussen könnte – was die Einführung schnellerer E-Gates verzögern könnte, auf die Geschäftsreisende gehofft hatten.
Quelle: Lublin112
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