
Reisende, die Polen in Richtung Belarus verlassen wollen, sehen sich neuen Hindernissen gegenüber, nachdem die Nationale Steuerverwaltung am Sonntagabend ihr Live-Grenzportal aktualisiert hat und nun eine vollständige Aussetzung der Passagier- und Frachtabfertigung an den Grenzübergängen Połowce und Sławatycze anzeigt. Die Mitteilung vom 14. Juni, 19:54 Uhr, vermerkt den Status beider Übergänge als „ruch zawieszony“ – Verkehr ausgesetzt – ohne Angabe einer Wiedereröffnungszeit. Die Schließungen sind Teil der fortlaufenden Sicherheitsmaßnahmen Warschaus als Reaktion auf den vom Innenministerium als „instrumentalisierte“ Migrationsdruck aus Minsk bezeichneten Zustrom. Seit Februar wurden mehrere kleinere Straßenübergänge ohne Vorwarnung geschlossen, sobald der polnische Geheimdienst ungewöhnliche Schleuseraktivitäten oder Versuche, sanktionierte Waren zu transportieren, meldet. Für Logistikunternehmen bedeutet dies eine sofortige Umleitung der Lkw zum bereits stark ausgelasteten Frachtterminal Koroszczyn/Kukuryki an der Autobahn A2 oder weiter nördlich nach Terespol. Beratungen im Bereich Lieferketten schätzen, dass die Umwege eine zusätzliche Strecke von 120 km und bis zu sechs Stunden für eine Hin- und Rückfahrt Warschau–Minsk bedeuten, was die Treibstoffkosten pro Lkw um etwa 150 Euro erhöht und Just-in-Time-Lieferungen an belarussische Fabriken erschwert. Auch Inhaber von Geschäftsvisa sind betroffen. Da an Połowce und Sławatycze keine Passagierabfertigung mehr stattfindet, müssen Reisende nach Hrodna oder Brest den Umweg über den Grenzübergang Kuźnica – Bruzgi in Podlachien nehmen, wo die polnischen Grenzbeamten bereits nach Gewaltereignissen im Jahr 2025 umfassende Dokumenten- und Fahrzeugkontrollen durchführen. Unternehmen mit im Ausland stationiertem Personal in Belarus wird geraten, ihre Evakuierungs- und medizinischen Notfallpläne zu überarbeiten. Die Luftverkehrsoptionen bleiben begrenzt, nachdem EU-Sanktionen die meisten belarussischen Fluggesellschaften am Boden halten; Charterflüge über Vilnius oder Riga könnten nun schneller sein als der Landweg.
Quelle: granica.gov.pl
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