
Frankreich hat an seiner Landgrenze zur Schweiz vorübergehend systematische Kontrollen wieder eingeführt, um den Sicherheitsbereich für den heute Morgen in Évian-les-Bains, Haute-Savoie, eröffneten G7-Gipfel abzusichern. Laut einer Mitteilung der Präfektur des Doubs begannen die Beamten der französischen Grenzpolizei (PAF) am 15. Juni um 00:01 Uhr damit, an den wichtigsten Grenzübergängen alle Fahrzeuge anzuhalten. Diese Kontrollen dauern bis zum 17. Juni an, mit stichprobenartigen Überprüfungen bis zum 18. Juni. Während im Doubs keine Zollstellen geschlossen sind, wurde der Schwerlastverkehr vom normalerweise stark frequentierten Bardonnex–Meyrin-Korridor – der bereits durch die Sperrung der A1-Zufahrt in der Schweiz beeinträchtigt ist – auf La Ferrière-sous-Jougne und andere Nebenübergänge umgeleitet. Behörden warnen, dass diese Umleitung zu mehr Staus auf den Straßen des Départements führt, die von den rund 32.000 Grenzgängern der Region täglich genutzt werden. Die Wiedereinführung der inneren Schengen-Kontrollen ist gemäß Artikel 25 des Schengener Grenzkodex erlaubt, der einem Mitgliedstaat bei Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder der nationalen Sicherheit Maßnahmen gestattet. Frankreich hatte ähnliche Maßnahmen zuletzt während der Olympischen Spiele 2024 ergriffen und betont, dass die Kontrollen nach Ende des Gipfels wieder aufgehoben werden. Für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze ist vor allem der Zeitverlust ein Problem: Verbände des Straßengüterverkehrs schätzen, dass jede zusätzliche Viertelstunde Verzögerung die französisch-schweizerische Lieferkette rund eine Million Euro Produktivität pro Tag kostet. Multinationale Konzerne wie Nestlé, LVMH und IMI Precision Engineering haben ihre Mitarbeiter bereits angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten oder Schichten zu staffeln. Praktische Tipps für Reisende: Pässe oder EU-Ausweise mitnehmen, auch wenn man normalerweise ohne sie die Grenze passiert; zu Stoßzeiten mindestens 45 Minuten mehr einplanen; und die Live-Verkehrs-Apps der Behörden im Doubs im Blick behalten. Luft- und Bahnverbindungen zwischen Genf und Paris sind nicht betroffen, jedoch unterliegen Shuttlebusse vom Flughafen Genf nach Évian stichprobenartigen Dokumentenkontrollen.