
Französische Gewerkschaften, die das Bodenpersonal, die Service-Crews und Einzelhandelsmitarbeiter an den drei Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget vertreten, haben für Donnerstag, den 18. Juni 2026, einen 24-stündigen Streik angekündigt. Die Ankündigung erfolgte am 15. Juni und wird von CGT, CFDT, UNSA und Sud Aérien koordiniert, nachdem die Gehaltsverhandlungen mit der ADP-Gruppe und Subunternehmern ins Stocken geraten sind. Obwohl die Fluglotsen nicht an dem Streik teilnehmen, zeigen Erfahrungen, dass Arbeitsniederlegungen im Bodenservice den Flughafenbetrieb schnell lahmlegen. Fluggesellschaften sind auf das Bodenpersonal für Check-in, Boarding, Beladung und Flugzeugumschlag angewiesen. Bei einem ähnlichen Streit im vergangenen September wurden am Pariser Flughafen CDG trotz offener Start- und Landebahnen 27 % der Abflüge gestrichen. Branchenbeobachter erwarten lange Warteschlangen, weitreichende Verspätungen und kurzfristige Ausfälle, falls keine Einigung erzielt wird. Geschäftsreisende sind besonders betroffen: Donnerstag ist ein Hauptreisetag für transatlantische und inner-europäische Geschäftsflüge. Reisebüros leiten bereits Führungskräfte über Brüssel, Amsterdam und Frankfurt um. Unternehmen, die kritische Lieferkettenflüge betreiben – etwa Pharmaexporte aus dem Frachtbereich von CDG – fordern Mindestdienstleistungen. Für Pendler und Touristen, die Paris nicht meiden können, empfehlen Experten, mindestens vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, nur Handgepäck mitzunehmen und Tickets mit interlinefähigen Tarifen zu buchen, um Umbuchungen zu erleichtern. Die EU-Verordnung 261 sieht Entschädigungen für die meisten Ausfälle vor, doch Fluggesellschaften könnten „außergewöhnliche Umstände“ geltend machen, wenn die Störungen außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Der Streik verdeutlicht die anhaltende Instabilität der Arbeitsbeziehungen in Frankreich während der geschäftigen Sommersaison. Multinationale Unternehmen sollten zusätzliche Pufferzeiten in ihre Projektpläne einbauen und Gewerkschaftsankündigungen genau beobachten: Weitere Aktionen sind bereits für regionale Flughäfen und Italien Ende Juni geplant, was auf eine turbulente Phase für die europäische Mobilität hinweist.
Quelle: Travel Extra