
Ein plötzlicher Starkregen am 18. Juni zwang das Hongkonger Wetteramt dazu, um 12:55 Uhr das höchste Schwarze Regenwarnsignal auszugeben. Diese Warnung wird aktiviert, wenn der stündliche Niederschlag 70 mm übersteigt. Daraufhin mussten alle Schulen sofort schließen, und viele Büros schickten ihre Mitarbeiter nach Hause. Die Flughafenbehörde Hongkong meldete, dass über 120 Flüge verspätet waren oder umgeleitet wurden, während die MTR aus Sicherheitsgründen die offenen Abschnitte der East Rail- und Tuen Ma-Linien vorübergehend einstellte. Auch auf der Festlandseite der Grenze waren die Auswirkungen spürbar. Das Meteorologische Amt von Shenzhen hob sein eigenes Rote Regenwarnsignal aus und riet den Bewohnern, tiefer gelegene Gebiete zu meiden und nicht notwendige Reisen zu verschieben. Fernbusunternehmen sagten Nachmittagsfahrten über die Grenzübergänge Shenzhen Bay und Futian ab, und der Hochgeschwindigkeitsbahnhof West Kowloon reduzierte die Verbindungen nach Guangzhou Süd um 30 Prozent. Besonders besorgniserregend für die Mobilitätsplaner war, dass der Sturm am Vorabend des dreitägigen Drachenbootfestes eintraf – traditionell eine der verkehrsreichsten Zeiten in der Greater Bay Area. Über 600 Führungskräfte vom Festland sollten am 19. und 20. Juni zum GBA Supply-Chain Forum in Hongkong eintreffen; die Veranstalter rieten den bereits in der Stadt befindlichen Teilnehmern, drinnen zu bleiben, und denen in Guangzhou, Dongguan oder Zhuhai, bei ausbleibender Wiederaufnahme des Bahnverkehrs virtuell teilzunehmen. Versicherungsmakler betonten, dass das Ereignis die Bedeutung von Notfallklauseln in Reise-Risikoverträgen bei „Schwarzem Regen“ unterstreicht. Multinationale Unternehmen mit regionalen Hauptquartieren in Hongkong wurden daran erinnert, dass das Einwanderungsamt der Stadt bei wetterbedingten Verkehrsschließungen eine zweitägige Kulanzfrist für Überziehungen gewährt – allerdings nur, wenn Reisende vor der Abreise an den Einwanderungsschaltern einen Antrag stellen. Obwohl der Starkregen am frühen Abend nachließ, warnten die Behörden vor möglichen Erdrutschen an den gesättigten Hängen bis zum Wochenende. Grenzüberquerende Autofahrer auf der Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke wurden auf wechselnde Fahrspur-Sperrungen hingewiesen und gebeten, vor Fahrtantritt die aktuellen Hinweise zu prüfen. Dieses Ereignis erinnert eindrücklich daran, dass extremes Wetter eine immer wichtigere Variable bei der Mobilitätsplanung in Südchina darstellt.
Quelle: Reuters (via MarketScreener)
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