
In einer seltenen Eskalation hat das finnische Außenministerium am 18. Juni seine Reisehinweise für den Jemen verschärft und die Risikostufe von „Reisen unbedingt vermeiden“ auf „Land sofort verlassen“ erhöht. Diese Änderung folgt auf verstärkte Drohnenangriffe der Huthi-Milizen in der Nähe des Hafens von Aden sowie auf Kämpfe zwischen separatistischen und Regierungstruppen, die den internationalen Flughafen Sana’a für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen haben. Die Warnung weist darauf hin, dass eine Evakuierung per Flugzeug ohne Vorankündigung unmöglich werden könnte und dass Landwege nach Oman aufgrund von Stammeskontrollen und Blindgängern zunehmend gefährlich sind. Das Sicherheitsteam von Finnair bestätigte, dass derzeit kein Personal in Jemen stationiert ist, während finnische NGOs, die Gesundheitsprojekte in Taiz und Hodeidah betreiben, begonnen haben, ihr ausländisches Personal nach Dschibuti zu verlegen. Versicherer berufen sich auf „Kriegsausschluss“-Klauseln für den Jemen, was bedeutet, dass die medizinische Evakuierungsdeckung nur mit speziellen Hochrisikozusätzen gilt. Unternehmen mit Lieferkettenbeziehungen – insbesondere im Kaffee-Logistikbereich über Aden – sollten Notfallpläne für alternative Beschaffungswege und maritime Routen über den Rotmeer-Korridor aktivieren. Konsularische Vertreter in Riad weisen darauf hin, dass Finnland keine Botschaft im Jemen unterhält; Bürger, die Hilfe benötigen, müssen sich an die EU-Delegation in Sana’a oder das Ehrenkonsulat in Maskat, Oman, wenden. Reisende, die trotz der Warnung bleiben, werden dringend gebeten, Vorräte für mindestens zwei Wochen anzulegen und mehrere Kommunikationswege, einschließlich Satellitentelefone, zu nutzen, da Mobilfunknetze außerhalb der großen Städte unzuverlässig sind. Das Außenministerium wird die Lage Mitte Juli neu bewerten, warnt jedoch, dass eine Verschlechterung der Sicherheitslage oder die Schließung der Seehäfen zu einer vollständigen Aussetzung der konsularischen Unterstützung führen könnte.
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