
Bundesbehörden in Boston haben am 18. Juni eine umfassende Razzia bekannt gegeben, die aufzeigt, wie Einwanderungsbetrug mit weiterem Missbrauch von Sozialleistungen verknüpft sein kann. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Massachusetts hat Anklagen gegen 15 Beschuldigte – 11 undokumentierte Ausländer und vier US-Bürger – erhoben, die ein komplexes Netzwerk aus Passbetrug, Identitätsdiebstahl, Verstößen gegen das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), MassHealth-Betrug und in einem Fall Verschwörung zur Erlangung eines U-Visums durch eine inszenierte bewaffnete Raubüberfall organisiert haben sollen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Identitäten gestohlen oder gefälscht zu haben, um staatliche Leistungen und Arbeitserlaubnisse zu erschleichen, was direkte Verluste von über 1,4 Millionen US-Dollar verursachte. Ein Angeklagter, Mitul Patel, soll einen fingierten Überfall auf einen Kiosk arrangiert haben, um sich als Opfer auszugeben und so für ein U-Visum – eine Kategorie für Opfer, die mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren – zu qualifizieren. Die Anklage wirft Patel vor, Komplizen bezahlt zu haben, damit sie vor der Kamera mit Waffen drohen, um seinen Antrag zu untermauern. Der Fall verdeutlicht den verstärkten Fokus der Regierung auf Einwanderungsbetrug im Zusammenhang mit Sozialleistungen nach einem Memorandum von 2025, das eine interbehördliche Taskforce zwischen Justiz-, Heimatschutz- und Gesundheitsministerium ins Leben rief. Für Arbeitgeber sind die Festnahmen eine Warnung, dass gefälschte Identitätsdokumente Unternehmen einem Haftungsrisiko bei Formular I-9 und einem Reputationsschaden aussetzen können. Personal- und Global-Mobility-Teams sollten die Schulung zur Dokumentenprüfung intensivieren und den Einsatz von E-Verify oder externen Screening-Tools in Betracht ziehen. Die Anklage gibt zudem Einblick in die Schwachstellen des U-Visum-Programms. Obwohl jährlich nur etwa 10.000 U-Visa vergeben werden, liegt der Rückstau bei über 200.000 Anträgen. Betrügerische Anträge – insbesondere solche mit inszenierten Straftaten – können die Genehmigung für echte Opfer verzögern und zu einer Verschärfung der Richtlinien führen. Unternehmen, die Mitarbeiter oder Angehörige mit möglicher U-Visum-Berechtigung unterstützen, sollten sicherstellen, dass diese kompetente rechtliche Beratung erhalten, um eine Verwicklung in betrügerische Machenschaften zu vermeiden.