
Das Ministerium für Menschenrechte und Staatsbürgerschaft (MDHC) bestätigte, dass am Abend des 18. Juni ein Charterflug mit 68 aus den USA abgeschobenen Brasilianern am internationalen Flughafen Belo Horizonte/Confins landete und in den frühen Morgenstunden des 19. Juni von Bundesbehörden abgefertigt wurde. Es handelt sich um den elften Rückführungsflug in diesem Jahr im Rahmen des humanitären Programms „Aqui é Brasil“. Bei der Ankunft durchliefen die Passagiere eine beschleunigte Kontrolle durch die Bundespolizei, eine medizinische Erstuntersuchung sowie psychosoziale Betreuung, bevor sie in ein spezielles Empfangshotel gebracht wurden. Laut MDHC sind 62 der Rückkehrer erwachsene Männer; die Gruppe umfasst zudem sechs Frauen und zwei Kinder. Die meisten hatten die US-mexikanische Grenze auf irregulärem Weg überschritten und wurden im Rahmen beschleunigter Abschiebeverfahren ausgewiesen. „Aqui é Brasil“ bündelt Ressourcen von fünf Ministerien, der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und lokalen NGOs, um vorübergehende Unterkünfte, Weiterreisetickets und Orientierungshilfen für den Arbeitsmarkt bereitzustellen. Ein neues, mit Unterstützung der IOM gestartetes Online-Dashboard erfasst anonymisierte demografische Daten, um die Wiedereingliederungsdienste und die politische Planung zu verbessern. Für Mobilitätsmanager verdeutlicht das Programm das zunehmende Risiko von Abschiebungen für Brasilianer, die in den USA informell arbeiten wollen. Beratungen zu legalen Einreisemöglichkeiten und strengere Compliance-Prüfungen vor der Abreise sind besonders für kurzfristige Entsendungen in die USA ratsam, vor allem in den Bereichen Bau und Landwirtschaft, wo die Überziehungsraten hoch bleiben. Das MDHC plant mindestens drei weitere Flüge im Juli. Unternehmen mit betroffenen Mitarbeitenden können sich rund um die Uhr über die Hotline des Programms (+55 61 2027-3980) zu fallbezogenen Fragen zu Dokumenten und Sozialversicherung informieren.