
Zum Weltflüchtlingstag am 19. Juni 2026 startete ein Bündnis von Hochschulen unter der Leitung der Estácio- und Wyden-Universitäten einen eintägigen Mutirão (Task-Force) und bot in 27 Städten in 16 brasilianischen Bundesstaaten kostenlose Zertifizierungen in Portugiesisch an. Die Initiative verdoppelt die geografische Reichweite des Vorjahres und wird vom Bildungsministerium unterstützt. Die Teilnehmenden legten eine verkürzte Version der Celpe-Bras-Prüfung ab – dem einzigen offiziell anerkannten Portugiesisch-Sprachtest für Einbürgerung und berufliche Zulassungen. Erfolgreiche Kandidaten erhalten ihr Zertifikat innerhalb von 15 Tagen, was den Zugang zu formeller Arbeit und Universitätszulassung erleichtert. Laut Veranstaltern waren innerhalb von 48 Stunden nach Anmeldung 2.400 Plätze vergeben, mit besonders hoher Nachfrage in Manaus, Boa Vista und Porto Alegre, wo sich venezolanische und haitianische Gemeinschaften konzentrieren. Der Mutirão bot zudem vor Ort rechtliche Beratung, Workshops zur Lebenslaufgestaltung und Impfaktionen, organisiert von den staatlichen Gesundheitsämtern. Die Finanzierung erfolgte durch Unternehmensspenden im Rahmen des neuen brasilianischen Steueranreizes für Migrantenintegration, der Firmen erlaubt, bis zu 2 % der Einkommenssteuer für genehmigte Inklusionsprojekte abzuziehen. Für Arbeitgeber vereinfacht die Celpe-Bras-Zertifizierung die Integration von Flüchtlingstalenten, da sie die für Arbeitserlaubnisumwandlungen erforderlichen Sprachkenntnisse bestätigt. Personalabteilungen sollten beachten, dass die nächste reguläre Celpe-Bras-Prüfung im Oktober stattfindet; die Förderung von Community-Testzentren kann ebenfalls für den Steueranreiz qualifizieren. Die Organisatoren planen, den Mutirão im Februar 2027 zu wiederholen, mit Fokus auf Innenstädte mit wachsenden Migrantenpopulationen.
Quelle: O Tempo