
Am Weltflüchtlingstag (20. Juni 2026) erhöhten indische und internationale NGOs den Druck auf Neu-Delhi, einen umfassenden Asylrahmen zu schaffen und die zwangsweise Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar und Bangladesch zu stoppen. Digitale Kampagnen mit dem Hashtag #SolidaritätMitFlüchtlingen dominierten die indischen sozialen Medien, unterstützt von Amnesty International, Human Rights Watch und zahlreichen Studierendeninitiativen. Indien beherbergt etwa 280.000 Flüchtlinge, ist jedoch kein Vertragsstaat der Flüchtlingskonvention von 1951. Ohne rechtlichen Status suchen die meisten Schutz unter ad-hoc-Exekutivanordnungen, die jederzeit widerrufen werden können. Seit Inkrafttreten des Immigration and Foreigners Act 2025 berichten Anwälte von beschleunigten Abschiebungen: Die Grenzpolizei Bangladeschs verzeichnete allein im Mai und Juni über 1.500 Zurückweisungen. Aktivisten nutzten die weltweite Aufmerksamkeit, um für einen noch ausstehenden Gesetzentwurf eines privaten Abgeordneten zu werben, der eine Flüchtlingsanerkennungskommission einrichten und Arbeitserlaubnisse für anerkannte Flüchtlinge ermöglichen würde. Sie argumentieren, dass die Legalisierung der Flüchtlinge Menschenhandel eindämmen, die lokale Wirtschaft stärken und Indien in Einklang mit seiner „Vishwa Guru“-Soft-Power-Strategie bringen würde. Auch Mobilitätsteams in Unternehmen beobachten die Entwicklungen genau. Ein formelles Asylsystem würde die arbeitsrechtlichen Verpflichtungen bei der Beschäftigung von Flüchtlingen, insbesondere in den Logistik- und Bekleidungsbranchen, die bereits Rohingya-Arbeitnehmer informell beschäftigen, klar regeln. Im Gegensatz dazu bergen fortgesetzte Abschiebungen Reputationsrisiken für Unternehmen, deren Lieferketten auf verletzliche Arbeitskräfte angewiesen sind. Regierungsvertreter betonen, dass nationale Sicherheitsaspekte Einzelfallentscheidungen erfordern. Gleichzeitig deuteten sie jedoch Pilotprojekte für „Langzeitbesuchsvisa“ für afghanische und sri-lankische Migranten in den kommenden Einwanderungsbestimmungen 2026-B an, was auf eine schrittweise Annäherung an ein regelbasiertes System hindeutet.
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