
Eine Forschungsnotiz, veröffentlicht am 18. Juni im Business Standard, zeigt, dass die weltweite Migration von Millionären in diesem Jahr mit 165.000 Personen einen Rekordwert erreichen wird, wobei Indien erneut zu den fünf wichtigsten Herkunftsländern zählt. Die Analyse des Investment-Migrationsunternehmens Henley & Partners offenbart einen entscheidenden Wandel: Wohlhabende Familien ziehen nicht mehr nur wegen niedrigerer Steuern um, sondern bauen multinationale „Souveränitätsportfolios“ auf, die Aufenthaltsrechte, Staatsbürgerschaften, Bankgeschäfte und Unternehmensinteressen kombinieren. Für Indiens vermögende Privatpersonen (HNIs) bleiben die bevorzugten Ziele die VAE, Singapur und das Vereinigte Königreich, doch neue Märkte wie Griechenland, Portugal, Italien und die ländlichen EB-5-Programme der USA gewinnen zunehmend an Bedeutung. Treiber sind neben steuerlichen Vorteilen vor allem geopolitische Diversifikation, bessere Gesundheitsversorgung, Bildung und Klimaanpassungsfähigkeit. Im neuen Wealth-Mobility Competitiveness Index erreicht Indien 56,5 Punkte, deutlich weniger als führende Zentren wie Singapur (80) und Neuseeland (78). Auswirkungen auf die Mobilität: Private Banken und Steuerexperten der Big Four in Mumbai und Bengaluru verzeichnen in diesem Quartal einen Anstieg der Anfragen zu ausländischen Aufenthaltsinvestitionen um 40 %. Die Personalabteilungen großer Unternehmen sollten damit rechnen, dass Führungskräfte vermehrt „ortsunabhängige“ Verträge, geteilte Gehaltsmodelle und Ausnahmen für Remote-Arbeit verlangen, da Family Offices global diversifizieren. Regierungen reagieren bereits: Italien hat kürzlich sein Pauschalsteuerregime verlängert, Griechenland die Mindestinvestitionsgrenzen für Immobilien außerhalb Athens gesenkt, und die VAE ein zehnjähriges „Golden Visa“ für Family-Office-Leiter eingeführt. Indien hingegen verschärft die Meldepflichten für Auslandsüberweisungen und erwägt eine Steuerzuschlag für ultra-reiche Auswanderer – Details werden im nächsten Haushalt erwartet. Die Studie warnt, dass Länder, die Vermögen verlieren, mit Kapital- und Unternehmergeist-Abfluss rechnen müssen. Für Indien wird es entscheidend sein, Kapitalverkehrskontrollen mit einem attraktiven Binnenmarkt auszubalancieren, um Talent- und Vermögensabwanderung zu verhindern.
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