
Nach genau sechs Monaten verstärkter Kontrollen hat Slowenien seine vorübergehenden Grenzkontrollen zu Kroatien und Ungarn am 21. Juni 2026 um Mitternacht stillschweigend auslaufen lassen. Die Maßnahme – erstmals am 22. Dezember 2025 eingeführt als Reaktion auf Sicherheitsbedenken und irreguläre Migration entlang der Westbalkan-Route – betraf auch Autofahrer aus Österreich und der Slowakei, die bei der Durchreise durch Slowenien stichprobenartig kontrolliert wurden. Für tschechische Unternehmen und Urlauber ist die Änderung mehr als nur symbolisch. Zehntausende Tschechen fahren jeden Sommer über Österreich und Slowenien an die Adriaküste oder weiter in den Westbalkan. Spediteure aus der Region Brünn und Ostrava berichten, dass die zusätzlichen Wartezeiten von 20 bis 45 Minuten an den früheren Schengen-„grünen“ Grenzübergängen unvorhersehbare Kosten für Just-in-Time-Lieferungen verursachten. Mit dem Wegfall der Kontrollen erwarten Logistikplaner verlässlichere Lieferfenster und einen geringeren Kraftstoffverbrauch durch weniger Leerlaufzeiten der Lkw. Das slowenische Innenministerium kündigte an, die „intensivierte Polizeikontrolle“ im Landesinneren fortzusetzen, bewertete das Risiko jedoch als nicht mehr hoch genug für formelle Grenzkontrollen. Nach dem Schengen-Grenzkodex sind interne Kontrollen nur als letztes Mittel und zeitlich streng begrenzt zulässig. EU-Statistiken zeigen, dass Slowenien in dem sechsmonatigen Zeitraum rund 1,2 Millionen Identitätsprüfungen durchführte und weniger als 1 % der Reisenden die Einreise verweigerte – Daten, die Brüsseler Beamte bei der Aufforderung an Ljubljana, keine Verlängerung zu beantragen, anführten. Tschechische Reiseveranstalter begrüßten die Entscheidung. „Die Buchungen für Istrien und Dalmatien steigen immer, sobald die Fahrer wissen, dass sie nicht mehr an Obrežje anstehen müssen“, sagte Jana Marešová, Produktdirektorin bei Čedok. Auch Wirtschaftsverbände äußerten sich positiv: Die Tschechisch-Slowenische Handelskammer schätzt, dass das Straßengütervolumen auf der Achse Brünn–Wien–Maribor im laufenden Quartal um 8 % steigen könnte. Unternehmen sollten jedoch weiterhin die Nachbarländer im Blick behalten: Österreich hat am 16. Juni eigene Grenzkontrollen zu Tschechien wiedereingeführt und plant, diese mindestens bis zum 15. September aufrechtzuerhalten. Praktische Tipps für Reisende: Reisepässe oder Personalausweise auch innerhalb des Schengen-Raums mitführen, da Inlandskontrollen möglich sind; an den österreichisch-tschechischen Grenzübergängen an den Hauptreisewochenenden mehr Zeit einplanen; und sicherstellen, dass Berufskraftfahrer aktuelle Dokumente dabei haben, falls slowenische Behörden mobile Kontrollen im Landesinneren durchführen. Insgesamt markiert das Auslaufen der Kontrollen am 21. Juni einen spürbaren Schritt zurück zur Bewegungsfreiheit vor der Pandemie und dürfte die Mobilität im Sommer für tschechische Bürger und Unternehmen deutlich erleichtern.
Quelle: European Commission – Migration & Home Affairs (Temporary Reintroduction of Border Control list)
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Tschechische Republik.Mehr von Tschechische Republik
Alle anzeigen
Digitales Ausländer-Konto und höhere Gehaltsgrenze für die EU Blue Card jetzt vollständig in Kraft
Grenzkontrollen in Österreich und Slowenien erschweren den tschechischen Straßengüterverkehr vor dem Sommer