
Obwohl die Schengen-Regeln nur Ausnahmekontrollen an den Grenzen erlauben, zeichnet sich 2026 erneut ein Jahr mit fortlaufenden Verlängerungen ab. Wien und Ljubljana haben Brüssel jeweils über neue Verlängerungen informiert, die sich mit den tschechischen Fracht- und Geschäftsreisekorridoren überschneiden. Die österreichischen Kontrollen an der Landgrenze zu Tschechien, ursprünglich mit Blick auf irreguläre Migration auf der Balkanroute gerechtfertigt, liefen offiziell am 15. Juni 2026 aus, wurden jedoch de facto durch eine „administrative Bereitschaftsphase“ bis zum 30. Juni verlängert. Slowenien, das Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in Italien und regionalen Bedrohungen durch organisierte Kriminalität anführt, wird die Kontrollen an den Grenzen zu Kroatien und Ungarn bis zum 21. Juni aufrechterhalten – einen Tag nach den tschechischen Veranstaltungen zum Weltflüchtlingstag, die zusätzlichen grenzüberschreitenden Busverkehr auslösen. Für tschechische Transportunternehmen, die Häfen an der Adria ansteuern, bedeutet das längere Wartezeiten an den Grenzübergängen Spielfeld (A) und Obrežje (SI). Der tschechische Verband der Straßenverkehrsunternehmen (ČESMAD) meldet durchschnittliche Wartezeiten von 45 Minuten für TIR-Ladungen in der vergangenen Woche – doppelt so lang wie vor den Kontrollen. Bei Pkw gibt es stichprobenartige Ausweiskontrollen, jedoch keine systematische Fahrspuren-Trennung. Supply-Chain-Manager werden empfohlen, das von der Europäischen Kommission veröffentlichte Schengen-Dashboard für „Temporäre Grenzkontrollen“ zu nutzen, das nun nahezu in Echtzeit aktualisiert wird. Fahrer sollten sowohl physische als auch digitale Kopien der A1-Sozialversicherungsformulare mitführen, da die österreichische Polizei diese bei Identitätskontrollen zunehmend überprüft. Obwohl die Maßnahmen nicht gegen EU-Recht verstoßen – Mitgliedstaaten können Kontrollen in sechsmonatigen Abschnitten verlängern – kündigt das tschechische Außenministerium an, beim nächsten Rat für Justiz und Inneres auf einen koordinierten Ausstiegsplan zu drängen. Bis dahin ist mit sporadischen Staus zu rechnen, besonders rund um das lange Wochenende am 20. Juni, wenn das Urlaubsaufkommen seinen Höhepunkt erreicht.
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