
Der spanische Gewerkschaft Sindicato Ferroviario hat zwei 24-stündige Streiks beim staatlichen Betreiber Renfe angekündigt – geplant für den 29. Juni, das erste große „Operación Salida“-Wochenende, sowie erneut am 15. Juli. Die Gewerkschaft wirft Renfe vor, eine Vereinbarung von 2023 zur Arbeitsplatzsicherheit in der Güterverkehrssparte zu brechen und die Wartung der Lokomotiven auszulagern. Betroffen sind alle Fernverkehrs-, Vorort- (Cercanías) und Hochgeschwindigkeits-AVE-Verbindungen. Das Verkehrsministerium wird im Laufe der Woche Mindestservicelevels veröffentlichen, doch frühere Erfahrungen deuten darauf hin, dass bis zu 75 % der AVE-Züge ausfallen könnten. Der Zeitpunkt fällt mit dem Höhepunkt des Incoming-Tourismus aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland zusammen und könnte die Pendlerverbindungen zu den Flughäfen Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat erheblich stören. Reiseveranstalter raten Unternehmen, wichtige Inlandsreisen frühzeitig auf Fluggesellschaften oder Fernbusse umzubuchen, bevor die Nachfrage stark ansteigt. Arbeitgeber mit Entsendepflichten sollten eventuelle Verzögerungen dokumentieren, die die maximal zulässigen Fahrzeiten oder Meldungen bei Entsendungen beeinflussen könnten. Der Konflikt erinnert Mobilitätsmanager zudem daran, dass die Liberalisierung des spanischen Schienenverkehrs – mit neuen Wettbewerbern wie Iryo und Ouigo – neue vertragliche Dynamiken geschaffen hat; ähnliche Streiks könnten kurzfristig auftreten, wenn traditionelle Arbeitspraktiken neu verhandelt werden.
Quelle: elDiario.es