
Am Rande des BRICS-Gipfels der nationalen Sicherheitsberater in Neu-Delhi traf der indische NSA Ajit Doval am 22. Juni den chinesischen Außenminister Wang Yi zu Gesprächen, die beide Seiten als „konstruktiv“ bezeichneten. Laut dem indischen Außenministerium wurden „die jüngsten Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen überprüft und Fortschritte bei der schrittweisen Normalisierung festgestellt“ – ein verschlüsselter Hinweis auf die laufende Truppenrückverlegung entlang der tatsächlichen Kontrolllinie. Aus globaler Mobilitätsperspektive ist diese Entspannung von großer Bedeutung. Seit 2020 haben Peking und Neu-Delhi grenzüberschreitende Geschäftsreisen stark eingeschränkt: Die Ausstellung bilateraler Touristenvisa sank um 94 %, und der Landhandel über Nathu La und Shipki La wurde faktisch eingefroren. Branchenverbände wie die Confederation of Indian Industry schätzen, dass der Stillstand indischen Exporteuren Lieferverträge im Just-in-Time-Bereich für Elektronik und Pharma im Wert von 2 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Obwohl keine sofortige Visaliberalisierung angekündigt wurde, deuten diplomatische Quellen darauf hin, dass beide Seiten eine Pilotwiederaufnahme des 2018 eingeführten „Expedited M“-Geschäftsvisakanals für Unternehmen in Sonderwirtschaftszonen prüfen. Dieser Kanal bot zuvor eine konsularische Bearbeitungszeit von 48 Stunden für Führungskräfte und erlaubte Mehrfacheinreisen bis zu einem Jahr. Reise-Risikoberater empfehlen multinationalen Kunden, die kommenden gemeinsamen Erklärungen genau zu verfolgen: Eine schrittweise Wiedereröffnung könnte mit begrenzten Kontingentvisa beginnen, die an bestimmte Fachmessen wie die China-Südostasien-Expo im August in Kunming gebunden sind. Jede Lockerung würde auch die Logistik für die geschätzten 23.000 indischen Studierenden an chinesischen medizinischen Universitäten erleichtern, die seit der Pandemie wiederholt mit Wiedereinreiseproblemen konfrontiert sind. Das Treffen unterstreicht zudem Indiens aktive BRICS-Präsidentschaft, die eine reibungslosere Mobilität zwischen den Mitgliedsstaaten priorisiert. Vorgeschlagene Maßnahmen in der Diskussion umfassen eine gemeinsame „BRICS Business Traveller Card“ – ein vertrauenswürdiges Reisedokument nach dem Vorbild der APEC ABTC –, das, wenn es umgesetzt wird, die Visawartezeiten für Führungskräfte, die zwischen den fünf Volkswirtschaften reisen, erheblich verkürzen könnte.
Quelle: Lokmarg
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